Ergebnisportal der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6)

Ergebnisportal der DMS • 6

DMS • 6 auf einen Blick

Die DMS • 6 liefert aktuelle, wissenschaftlich fundierte Daten zur Mundgesundheit in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen die Beschreibung der Mundgesundheit, des Mundgesundheitsverhaltens und des zahnmedizinischen Versorgungsgrads in der Bevölkerung.

Darüber hinaus untersucht die Studie auch Zusammenhänge und Einflussfaktoren, die für Versorgung, Forschung und Gesundheitspolitik relevant sind.

Die Datenerhebung wurde im September 2023 erfolgreich abgeschlossen.

Interaktive Auswertungen zur Mundgesundheit

  • Werten Sie die DMS-Daten zur Mundgesundheit, zur Versorgung und zu Risikofaktoren selbst aus
  • Vergleichen Sie Unterschiede zwischen Gruppen (Alter, Geschlecht, Bildung)
  • Lassen Sie sich die Ergebnisse als Grafiken und Tabellen anzeigen

Untersuchungsbereiche der DMS • 6

  • Zahnmedizinische Befunde (z. B. Karies, Parodontitis, Prothetik, MIH)
  • Verhaltensbezogene Risikofaktoren (z. B. Rauchen, Zuckerkonsum, Mundhygiene)
  • Allgemeinmedizinische Faktoren und Erkrankungen
  • Ergebnisse für spezielle Bevölkerungsgruppen (z. B. Seniorenzahnmedizin)

Nutzung des Portals

  • Für die vollständige Nutzung des interaktiven Moduls wird ein Computer, Tablet oder Laptop empfohlen.
  • Alle Publikationen stehen als Download in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung.

Publikationen

Ergebnisbroschüre

Ergebnisbroschüre

Die Ergebnisbroschüre der DMS 6 bietet eine kompakte und allgemeinverständliche Zusammenfassung zentraler Studienergebnisse.

Erste Sonderausgabe

Erste Sonderausgabe

Erscheinungsdatum: 17.03.2025

Die erste Sonderausgabe der DMS • 6 befasst sich mit dem Querschnittsbereich der Studie. Dargestellt werden Prävalenzen oraler Erkrankungen, Versorgungsaspekte sowie Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen auf Basis einer bundesweit repräsentativen Untersuchung.

Zweite Sonderausgabe

Zweite Sonderausgabe

Erscheinungsdatum: 14.04.2026

Die zweite Sonderausgabe der DMS • 6 analysiert Veränderungen der Mundgesundheit im Zeitverlauf. Im Fokus stehen Inzidenzen und Progressionen oraler Erkrankungen.

Welche Fragestellungen verfolgt die DMS • 6 ?

Die fünf übergeordneten wissenschaftlichen Fragestellungen der DMS • 6 lassen sich in drei Gruppen einteilen, die unterschiedliche Datenarten voraussetzen:

Querschnitt

Die ersten beiden Fragestellungen beziehen sich auf querschnittliche Daten (Daten von Studienteilnehmenden, die zum ersten Mal an der Studie teilnehmen):

1. Wie hoch sind die aktuellen Prävalenzen oraler Erkrankungen?
2. Welche Assoziationen zwischen der Mundgesundheit und weiteren Probandenmerkmalen gibt es?

Trend

Die dritte Fragestellung stellt auf den Vergleich von Querschnittsdaten mit den älteren deutschen Mundgesundheitsstudien ab:

3. Wie ist die Entwicklung der Mundgesundheit und des Versorgungsstatus in Deutschland von 1989 bis 2023?

Längsschnitt

Die beiden letzten Fragestellungen setzen längsschnittliche Daten voraus (Daten von Studienteilnehmenden, die bereits an der DMS V beteiligt waren):

4. Wie verändern sich orale Erkrankungen im Lebensverlauf?
5. Welche Probandenmerkmale beeinflussen die Entwicklung oraler (Neu-)Erkrankungen bzw. deren Progression?

Wie wurde die DMS • 6 durchgeführt?

Die DMS • 6 ist eine multizentrische, bundesweit repräsentative, sozio-epidemiologische Kohortenstudie im Split-Panel-Design. Sie gehört damit zu den Beobachtungsstudien. Der Zustand der Mundgesundheit wird durch zahnmedizinisch-klinische Untersuchungen erfasst. Gleichzeitig werden Informationen zum Mundgesundheitsverhalten mithilfe einer sozialwissenschaftlichen Befragung gesammelt.
Die aktuelle sechste Auflage der DMS ist erstmals als kombinierte Querschnitts- und Längsschnittstudie angelegt.

Forschungsziel und Studiendesign

Forschungsziel und Studiendesign

Erscheinungsdatum: 17.03.2025

Dieser Beitrag beschreibt das Forschungsziel und das Studiendesign der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6), berichtet über die Charakteristika der Studienteilnehmenden und liefert somit zentrale zusammenfassende methodische Hintergrundinformationen zur Studie.

Feldarbeit und Datenerhebung

Feldarbeit und Datenerhebung

Erscheinungsdatum: 17.03.2025

Dieser Beitrag beschreibt den Weg der Daten der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) von der Feldarbeit bis hin zu den Rohdatensätzen.

Datenmanagement und Statistik

Datenmanagement und Statistik

Erscheinungsdatum: 17.03.2025

Beschrieben werden die notwendigen Bearbeitungsschritte von den erfassten Rohdaten zu den Studienergebnissen und somit zentrale methodische Aspekte der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6).

Methodik der Längsschnittstudie

Methodik der Längsschnittstudie

Erscheinungsdatum: 14.04.2026

Dieser Beitrag beschreibt Fragestellungen, Studiendesign sowie statistische Analysen der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) mit Fokus auf den längsschnittlichen Studienarm und berichtet über die Charakteristika der Studienteilnehmenden. Er liefert somit zentrale methodische Hintergrundinformationen zur Studie.

Wer ist Teil des Studienteams?

Studienleitung

Prof. Dr. A. Rainer Jordan
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln

Stellv. Studienleitung und Statistik

Dr. Kathrin Kuhr
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln

Projektmanagement

Cristiana Ohm
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln

Feldorganisation

Dr. Constanze Cholmakow-Bodechtel
Oracle Life Sciences
Landsberger Str. 284, 80687 München

Sozialwissenschaftliche Analyse

Fabian Zimmermann
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln

Datenmanagement und Statistik

Dominic Sasunna
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln

Projektassistenz

Dr. David Klingenberger
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln

Projektassistenz

Muradiye Dogan
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln

Projektassistenz

Inge Bayer
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln

Ehemalige stellv. Studienleitung (bis 2023)

Dr. Nicolas Frenzel Baudisch
Institut der Deutschen Zahnärzte

Auftraggeber

Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V
Chausseestrasse 13, 10115 Berlin
vertreten durch die Präsidentin
Dr. Romy Ermler MBA
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Universitätsstr. 73, 50931 Köln
vertreten durch den Vorsitzenden des Vorstands
Herr Martin Hendges

Auftraggeber - Kieferorthopädie

Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Kieferorthopädie
Justus-Liebig-Universität Gießen,
Schlangenzahl 14, 35392 Gießen





Publikation

Publikation

17.03.2025

Dieses Manuskript beschreibt die Prävalenz von Parodontitis in Deutschland. Die Kenntnis dieser Daten ist von entschei- dender Bedeutung für die Planung der zukünftigen zahnmedizinischen Versorgung.

Abstract

Einführung

Im Rahmen der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) wurde der Parodontalstatus der jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) und der jüngeren Seniorinnen und Senioren (65- bis 74-Jährige) ermittelt.

Methode

Die Studienteilnehmenden beantworteten Fragebögen zum Mundhygieneverhalten sowie zum allgemeinen und mundgesundheitlichen Zustand. Sondierungstiefe (ST), klinisches Attachmentlevel (CAL) und Bluten auf Sondierung (BOP) wurden an allen Zähnen außer den dritten Molaren gemessen.

Erfasst wurden: Anzahl der Zähne, Stellen mit BOP, mittlere ST, mittleres CAL, Stadien der Klassifikation parodontaler Erkrankungen von 2018, Community Periodontal Index (CPI) sowie die CDC/AAP-Falldefinition.

Ergebnisse

Insgesamt hatten 9,2 %/20,6 % der jüngeren Erwachsenen/jüngeren Seniorinnen und Senioren einen niedrigen Bildungsstatus.
Ein Viertel (25,6 %) der jüngeren Erwachsenen und 14,1 % der jüngeren Seniorinnen und Senioren waren aktuell Rauchende.
2,1 %/15,4 % der jüngeren Erwachsenen / jüngeren Seniorinnen und Senioren hatten einen Typ-2-Diabetes.
24,4 %/38,7 % nutzten mindestens einmal täglich Hilfsmittel zur Zahnzwischenraumreinigung.
Die durchschnittliche Anzahl der Zähne bei bezahnten jüngeren Erwachsenen / jüngeren Seniorinnen und Senioren betrug 26,6/20,4.
Davon wiesen 5,6/8,3 Zähne eine ST ≥ 4 mm und 0,6/1,7 Zähne eine ST ≥ 6 mm auf.
Die durchschnittliche Anzahl der Zähne mit einem CAL ≥ 5 mm betrug 1,1/3,6.
Die mittlere ST betrug 2,1 mm/2,6 mm, das mittlere CAL 1,1 mm/2,4 mm.
Ein CPI von 4 lag bei 16,2 %/42,4 % vor.
13,6 %/26,3 % wiesen Parodontitis im Stadium III auf, 3,9 %/26,4 % im Stadium IV (Klassifikation 2018).

Diskussion

Die Parodontitis-Prävalenz gemäß der Klassifikation von 2018 (einschließlich aller Stadien) war sehr hoch: 95,1 % / 85,2 % bei jüngeren Erwachsenen / Senior:innen.

31,6 % / 8,3 % wurden als Stadium I klassifiziert (interdentales CAL 1–2 mm), was klinisch als Übergangsphase zwischen Gingivitis und Parodontitis interpretiert werden kann. Diese könnte eher präventiv als therapeutisch adressiert werden.

Schlussfolgerungen

Die Prävalenz schwerer Parodontitis (Stadium III und IV) ist mit 17,5 % / 52,7 % bei jüngeren Erwachsenen und Senior:innen in Deutschland hoch.

Ergebnisse

Der Anteil zahnloser jüngerer Seniorinnen und Senioren ging zwischen 2005 und 2023 deutlich zurück – von 23,2 % auf 5,4 %. Gleichzeitig hatten bezahnte Seniorinnen und Senioren im Jahr 2023 im Mittel 2,4 Zähne mehr als 2005.

Die mittlere ST blieb konstant: 2,4 mm bei den jüngeren Erwachsenen und 2,8 mm bei den jüngeren Seniorinnen und Senioren.

Hinsichtlich des Ausmaßes zeigte sich ein uneinheitliches Bild: In vielen Fällen nahm deren Ausprägung zwischen der DMS IV und der DMS V ab, stieg jedoch in der DMS • 6 erneut an – insbesondere bei schweren Fällen (ST ≥ 6 mm) in der Gruppe der jüngeren Seniorinnen und Senioren.

Der Anteil der Personen mit CPI-Werten zwischen 0 und 2 vergrößerte sich zwischen der DMS IV und der DMS V deutlich, zeigte jedoch in der DMS • 6 eine rückläufige Tendenz.

Insgesamt stieg die Prävalenz der CPI-Werte 0, 1, 2 gegenüber der DMS IV um etwa zehn Prozentpunkte bei den jüngeren Erwachsenen und um etwa fünf Prozentpunkte bei den jüngeren Seniorinnen und Senioren.

Die beobachtete Abnahme der Zahl fehlender Zähne (bei jüngeren Erwachsenen) beziehungsweise die Prävalenz von weniger als 20 Zähnen (bei jüngeren Seniorinnen und Senioren) wurde überwiegend durch verschiedene Entwicklungen erklärt.

Publikation

Publikation

17.03.2025

Diese Studie zeigt, wie sich die parodontale Gesundheit in Deutschland zwischen 2005 und 2023 entwickelt hat und inwieweit Veränderungen der Zahnzahl durch demografische und verhaltensbezogene Einflussfaktoren erklärbar sind.

Abstract

Einführung

Diese Studie verfolgt zwei Hauptziele: Erstens soll ein Überblick über die Entwicklungen des parodontalen Zustands bei Erwachsenen im Alter von 35–44 Jahren und Senioren im Alter von 65–74 Jahren zwischen 2005 und 2023 anhand der Daten der Deutschen Mundgesundheitsstudien (DMS) gegeben werden. Zweitens soll quantifiziert werden, inwieweit beobachtete Unterschiede bei Zahnzahlvariablen zwischen aufeinanderfolgenden Studien auf Unterschiede in den individuellen Merkmalen zurückzuführen sind.

Methode

Die Daten aus DMS IV (2005), DMS V (2014) und DMS 6 (2023) wurden analysiert. Die Teilnehmer beantworteten Fragebögen zu ihrem Mundhygieneverhalten sowie zu ihrer allgemeinen und oralen Gesundheit. Für diese Analyse wurden Sondierungstiefen (PD) an drei Stellen von zwölf Indexzähnen als gemeinsamer Nenner berechnet. Die Anzahl der Zähne, die Schwere und das Ausmaß der PD sowie der Community Periodontal Index (CPI) wurden erfasst. Zur Analyse zeitlicher Unterschiede wurde eine multivariate Dekomposition verwendet.

Ergebnisse

Der Anteil zahnloser Senioren sank zwischen DMS IV und DMS 6 deutlich von 23,2 % auf 5,4 %. Ebenso war die durchschnittliche Zahnanzahl bei Senioren mit Restzahngebiss in DMS 6 um 2,4 Zähne höher. Während die durchschnittliche PD bei Erwachsenen bei 2,4 mm und bei Senioren bei 2,8 mm blieb, wurden uneinheitliche Muster bei den Ausmaßvariablen festgestellt.

In den meisten Fällen zeigte sich zwischen DMS IV und DMS V ein Rückgang der Ausmaßvariablen, gefolgt von einem Wiederanstieg bei DMS 6 für schwere Fälle bei Senioren (mit PD ≥6 mm). Der Anteil von Erwachsenen und Senioren mit einem CPI-Score von 0–2 stieg zwischen DMS IV und DMS V erheblich an, fiel jedoch bei DMS 6 wieder etwas zurück. Insgesamt nahm die Prävalenz dieser Fälle um etwa 10 % bzw. 5 % zu.

Der Rückgang der Anzahl fehlender Zähne bei Erwachsenen bzw. der Prävalenz von weniger als 20 Zähnen bei Senioren zwischen DMS IV und DMS V sowie zwischen DMS V und DMS 6 lässt sich größtenteils durch folgende Faktoren erklären:

  • eine Zunahme des Anteils hochgebildeter Personen,
  • ein höherer Anteil lebenslanger Nichtraucher (nur bei Erwachsenen),
  • eine verstärkte Nutzung elektrischer Zahnbürsten oder interdentaler Reinigungsgeräte sowie
  • eine Verringerung des Anteils der Personen mit lebenslanger parodontaler Behandlung.

Diskussion

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die parodontale Gesundheit in Deutschland erheblich verbessert, wobei die größten Fortschritte zwischen DMS IV und DMS V zu verzeichnen waren.

Schlussfolgerungen

Die Prävalenz von Parodontalerkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, was größtenteils auf die Umsetzung präventiver Maßnahmen zurückzuführen ist. Dies unterstreicht die Bedeutung der Integration präventiver Maßnahmen in die zahnärztliche Praxis als Strategie für die öffentliche Gesundheit.

Publikation

Publikation

14.04.2026

Dieser Beitrag beschreibt die Inzidenz und Progression von Parodontitis und Zahnverlust in der deutschen Bevölkerung und setzt sie in Beziehung zu Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen.

Abstract

Einführung

Die Untersuchung der Parodontitisprogression und des Zahnverlustes auf nationaler Ebene ist erforderlich, um Risiko- und Schutzfaktoren zu identifizieren und die Implementierung künftiger Interventionsmaßnahmen zu verbessern. In dieser Längsschnittstudie wurde Progression der Parodontitis anhand von Veränderungen der Sondierungstiefe (ST) und des Zahnverlustes zwischen 2014 und 2023 untersucht. Zudem wurden Risikofaktoren analysiert, die mit dem Fortschreiten von Parodontitis zusammenhängen.

Methode

Die Stichprobe umfasste 340 Erwachsene sowie 313 Seniorinnen und Senioren aus der DMS • 6-Kohorte, die 2014 (Baseline) erstmalig und 2023 (Follow-up) erneut untersucht wurden. Um die Vergleichbarkeit zwischen Baseline- und Follow-up-Untersuchung zu gewährleisten, wurden ausschließlich ST-Messungen im Partial-Mouth-Protokoll (12 Indexzähne mit je 3 Messstellen) berücksichtigt. Die Expositionen wurden mittels Fragebogen erhoben. Die Zielgrößen umfassten die mittlere ST, den Community Periodontal Index (CPI) sowie den Zahnverlust. Die longitudinalen Zusammenhänge zwischen Expositionen und Zielgrößen wurde mittels generalisierter linearer Regressionsmodelle untersucht.

Ergebnisse

Die Prävalenz von CPI Grad 4 stieg bei Erwachsenen von 10,5 % auf 22,9 % und bei Seniorinnen und Senioren von 22,0 % auf 29,6 % an. Der mittlere Zahnverlust im Beobachtungszeitraum betrug bei Erwachsenen 0,6 ± 1,2 Zähne und bei Seniorinnen und Senioren 1,9 ± 2,8 Zähne. Dies entspricht einer jährlichen Zahnverlustrate von 0,1–0,2 Zähnen. Eine höhere Schulbildung ging mit einem geringeren Risiko für Zahnverlust einher, während Rauchen und Diabetes das Risiko erhöhten. Die Verwendung elektrischer Zahnbürsten war mit einem geringeren Zahnverlustrisiko assoziiert, während die professionelle Zahnreinigung keinen signifikanten Effekt hatte.

Diskussion

Die longitudinalen Daten zeigen über nahezu ein Jahrzehnt eine kontinuierliche Verschlechterung von Prävalenz, Schweregrad und Folgen der Parodontitis. Niedrige Schulbildung, Rauchen, Diabetes und der Verzicht auf elektrische Zahnbürsten traten als relevante Risikofaktoren hervor und unterstreichen den Bedarf an gezielten Präventionsstrategien und einer kritischen Revaluation therapeutischer Maßnahmen

Schlussfolgerungen

Die in den vergangenen Jahrzehnten erzielten Verbesserungen der Mundhygiene reichen nicht aus, um dem Fortschreiten der Parodontitis sowie dem Zahnverlust in der älter werdenden Bevölkerung angemessen entgegenzuwirken.






Publikation

Publikation

17.03.2025

Die Karieserfahrung der Erwachsenen und Senioren folgt dem positiven Trend, der bei Kindern seit längerer Zeit in Deutschland festzustellen ist. Er wird bei Erwachsenen vor allem durch weniger Restaurationen und bei Senioren durch mehr Zahnerhalt bestimmt.

Abstract

Einführung

Es war ein Ziel der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6), die Karieserfahrung und Versorgung im Rahmen einer repräsentativen deutschlandweiten Querschnittsstudie zu erheben.

Methode

Mit nahezu gleicher Methodik wie in den vorherigen Studien DMS III (1997) bis V (2014) wurden Daten zur Karieserfahrung (u. a. dmft/DMFT, Wurzelkaries) in den drei bereits mehrfach untersuchten Altersgruppen (12-Jährige, 35- bis 44-Jährige und 65- bis 74-Jährige) sowie bei 8- und 9-Jährigen bestimmt.

Ergebnisse

  • 8- und 9-Jährige: durchschnittlich 1,4 kariöse Zähne, 59,9 % kariesfrei
  • 12-Jährige: 0,5 kariöse Zähne, 77,6 % kariesfrei
  • 35- bis 44-Jährige: 8,3 Zähne Karieserfahrung, Rückgang der Füllungen
  • 65- bis 74-Jährige: 17,6 Zähne Karieserfahrung, nur 5,0 % zahnlos
  • Wurzelkaries-Prävalenz:
    • 35- bis 44-Jährige: 9,9 %
    • 65- bis 74-Jährige: 52,5 %

Diskussion

Die vielseitigen Mundgesundheitsmaßnahmen der letzten Jahrzehnte scheinen sich weiterhin positiv auf die Karieserfahrung auszuwirken. Bei den 12-Jährigen könnte jedoch ein Plateau erreicht sein. Es zeigt sich weiterhin eine deutliche Kariespolarisierung, insbesondere bei Kindern mit niedrigem familiären Bildungsstatus. Der soziale Gradient ist auch im Erwachsenenalter erkennbar.

Schlussfolgerungen

Die DMS • 6 belegt die Nachhaltigkeit präventiver Erfolge in allen Altersgruppen. Gleichzeitig bestehen fortwährend soziale Ungleichheiten. Künftige Präventionsstrategien sollten gezielt auf schwer erreichbare Gruppen und deren Lebenswelt ausgerichtet werden.

Punlikation

Punlikation

14.04.2026

Der in die DMS • 6 integrierte longitudinale Studienarm stellt erstmalig Daten über die Veränderung der Karieserfahrung für dieselben Studienteilnehmenden über einen Zeitraum von 9 Jahren zur Verfügung.

Abstract

Einführung

Längsschnittliche Belege für individuelle Veränderungen der Karieserfahrung im Lebensverlauf in Deutschland fehlen. Ein Ziel der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) war es, in einem longitudinalen Arm Studienteilnehmende der 9 Jahre zuvor durchgeführten Fünften Deutschen Mundgesundheits-Studie (DMS V, Baseline) erneut zu untersuchen (Follow-up) und dadurch Veränderungen der Karieslast im Lebensverlauf zu beurteilen.

Methode

In einer zahnmedizinischen Baseline- (2014) und Follow-up-Untersuchung (2023) wurden mit gleicher Methodik Daten zur Karieserfahrung (u. a. DMFT, Wurzelkaries) in drei Altersgruppen bei Studienteilnehmenden erhoben, die schon an der DMS V teilgenommen hatten (DMS • 6-Kohorte). Die Stichprobe umfasste insgesamt 371 Personen aus der Kohorte der älteren Kinder / jungen Volljährigen (20-Jährige zur Follow-up-Untersuchung), 342 Personen aus der Kohorte der Erwachsenen (43- bis 52-Jährige zur Follow-up-Untersuchung) sowie 350 Personen aus der Kohorte der Seniorinnen und Senioren (73- bis 82-Jährige zur Follow-up-Untersuchung). Hieraus wurden mittlere Veränderungen der Karieserfahrung errechnet sowie Kariesinzidenzen und Kariesprogressionen auf Teilnehmenden-Ebene bestimmt.

Ergebnisse

Der mittlere DMFT-Wert stieg bei Jugendlichen von 0,4 auf 1,8, bei Erwachsenen von 10,7 auf 11,8 und bei Senioren von 16,1 auf 18,5. Außerdem sank der Anteil kariesfreier Jugendlicher von 81,7 % auf 47,7 %. Die kumulative Kariesinzidenz bei Jugendlichen, die zu Beginn kariesfrei waren, betrug 43,2 %. Die kumulative Kariesprogression (mindestens ein zusätzlicher DMF-Zahn) wurde bei 54,1 % der Jugendlichen, 58,4 % der Erwachsenen und 77,0 % der Seniorinnen und Senioren beobachtet. Bezüglich der Zahnflächenebene blieben bei 98,3 % der Jugendlichen, 91,1 % der Erwachsenen und 77,5 % der Seniorinnen und Senioren die Zahnflächen während des gesamten Beobachtungszeitraums gesund. Die Prävalenz von Wurzelkaries stieg bei Erwachsenen von 11,1 % auf 30,7 % und bei Seniorinnen und Senioren von 32,9 % auf 61,1 % deutlich an.

Diskussion

Diese 9-jährige Längsschnittstudie zeigte Kariesprogression im Lebensverlauf in allen drei Altersgruppen. Jugendliche wiesen überwiegend neu gefüllte Zähne auf, Erwachsene zeigten eine erhöhte Anzahl an gefüllten und fehlenden Zähnen, und Seniorinnen und Senioren wiesen insbesondere eine größere Anzahl an extrahierten Zähnen auf. Personen mit früher Karieserfahrung zeigten eine stärkere Progression. Der ausgeprägte Anstieg der Wurzelkaries bei Erwachsenen sowie Seniorinnen und Senioren unterstreicht die Notwendigkeit, die gezielte, wurzeloberflächenorientierte Prävention neben der fortlaufenden Primärprävention für Risikogruppen zu intensivieren. Die Zunahme der mittleren Karieserfahrung im Alter zwischen 12 und 20 Jahren erscheint in Relation zu den Werten in den weiteren Altersgruppen moderat. Unter den jungen Menschen, die bereits frühzeitig Karieserfahrung aufweisen, ist die Kariesprogression in den Folgejahren erhöht. In den Altersgruppen der Erwachsenen sowie mehr noch der Seniorinnen und Senioren können deutliche Kariesprogressionen aufgezeigt werden. Hier gibt der deutliche Anstieg der Wurzelkariesprävalenz Anlass zu intensivierter Umsetzung von Maßnahmen zur Prävention von Wurzelkaries.

Schlussfolgerungen

Die in allen Altersgruppen feststellbaren Karieszuwächse erfordern weiterhin die konsequente lebensbegleitende Umsetzung von Präventionsmaßnahmen. Besonderes Augenmerk sollte auf die Kariesprävention in Personenkreisen mit erhöhtem Kariesrisiko sowie auf die Prävention von Wurzelkaries gelegt werden.

Publikation

Publikation

14.04.2026

Dieser Beitrag berichtet die aktuelle Verbreitung dentaler Restaurationen in Deutschland; er zeigt außerdem deren Veränderungen nach 9 Jahren sowie die Entwicklung von Sekundärkaries.

Abstract

Einführung

Die epidemiologische Datenlage zur zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland wurde mit der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) im Jahr 2025 aktualisiert. Auf Bevölkerungsebene fehlen jedoch bislang versorgungsepidemiologische Daten dazu, wie sich dentale Restaurationen unter Alltagsbedingungen über die Zeit verändern.Ziel der vorliegenden Auswertung der DMS • 6-Daten war es daher, die Verbreitung kariesbedingter dentaler Restaurationen sowie die verwendeten Materialien zu analysieren und deren Veränderungsraten inklusive der Entwicklung von Sekundärkaries über einen Zeitraum von 9 Jahren zu bestimmen.

Methode

Für die Querschnittsanalyse kariesbedingter dentaler Restaurationen wurden Daten von n = 958 12-Jährigen (ältere Kinder), n = 927 35- bis 44-Jährigen (jüngere Erwachsene) und n = 797 65- bis 74-Jährigen (jüngere Seniorinnen und Senioren) aus dem querschnittlichen Arm der DMS • 6 einbezogen. Die Studenteilnehmenden wurden standardisiert zahnmedizinisch-klinisch untersucht, bei der Erhebung wurde unterschieden zwischen direkten und indirekten Restaurationen sowie zahnfarbenen, metallischen und Zementrestaurationsmaterialien. Außerdem wurde die (Dentin-)Sekundärkaries an Restaurationsrändern erfasst. Die Längsschnittanalyse erfolge anhand der Daten von n = 371 älteren Kindern/jungen Volljährigen (Baseline: 12-Jährige; Follow-up: 20-Jährige), n = 342 Erwachsenen (Baseline: 35- bis 44-Jährige; Follow-up: 43- bis 52-Jährige) und n = 350 Seniorinnen und Senioren (Baseline: 65- bis 74-Jährige; Follow-up: 73- bis 82-Jährige) aus der DMS • 6 Kohorte. Diese wurden nach 9,1 (± 0,3 Jahren) erneut untersucht, um longitudinale Analysen (Inzidenz und Progression) durchzuführen.

Ergebnisse

Ältere Kinder wiesen ganz überwiegend zahnfarbene Füllungen auf; Amalgam-Füllungen und indirekte Restaurationen kamen praktisch nicht vor. Im Erwachsenenalter stieg die Prävalenz von Amalgam-Füllungen über den Lebensbogen kontinuierlich bis auf 42 % bei den Seniorinnen und Senioren an. Ebenso nahm die Verbreitung indirekter Restaurationen zu. Der Anteil von Sekundärkaries stieg bis ins Seniorenalter auf 10,5 % an. Über den Zeitverlauf von 9 Jahren erhöhte sich die Prävalenz dentaler Restaurationen bei älteren Kindern/jungen Volljährigen von 13,2 % auf 47,7 %. Die Progressionsraten dentaler Restaurationen (pro 100 Personenjahre) betrugen 16,4 bei Erwachsenen und 15,8 bei Seniorinnen und Senioren.

Diskussion

Die Verbreitung dentaler Restaurationen steigt im Lebensverlauf deutlich an, wobei sich die Materialverwendung altersabhängig verändert. Während bei Kindern überwiegend zahnfarbene Füllungen dominieren, treten Amalgam-Füllungen und indirekte Restaurationen vor allem in höheren Altersgruppen häufiger auf. Der Anteil der Sekundärkaries nimmt ebenfalls mit dem Alter zu. Im Gegensatz zu Teilen der Literatur zeigten sich unter Alltagsbedingungen keine erhöhten Risiken für Sekundärkaries bei zahnfarbenen Materialien gegenüber Amalgam. Methodische Aspekte, insbesondere konservative Diagnosekriterien, könnten zu einer Unterschätzung der Sekundärkariesrate beigetragen haben.

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise auf Versorgungsrealität und Materialentwicklung im Zeitverlauf und unterstreichen die Bedeutung der weiteren epidemiologischen Beobachtung von Restaurationsmaterialien.

Publikation

Publikation

23.12.2021

Dieser Beitrag liefert erstmals seit mehr als 30 Jahren bevölkerungsrepräsentative Daten zur Prävalenz von Zahn- und Kieferfehlstellungen bei Kindern in Deutschland und quantifiziert den kieferorthopädischen Behandlungsbedarf.

Abstract

Einführung

Zahn- und Kieferfehlstellungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsbeeinträchtigungen der Mundhöhle. Ziel der vorliegenden national repräsentativen Studie war es, die Prävalenz kieferorthopädisch relevanter Fehlstellungen bei 8- und 9-jährigen Kindern in Deutschland zu erheben, den kieferorthopädischen Versorgungsbedarf abzuleiten und Zusammenhänge mit mundgesundheitsbezogener Lebensqualität sowie Karies zu untersuchen.

Methode

Es handelte sich um einen oralepidemiologischen Untersuchungs- und sozialwissenschaftlichen Befragungssurvey mit Erhebung in 16 Studienzentren in Deutschland (Januar bis März 2021). Von 1.892 eingeladenen Kindern der Geburtsjahrgänge 2011 und 2012 wurden 714 zahnmedizinisch untersucht und befragt; 705 Fälle gingen in die Analyse ein. Die kieferorthopädische Beurteilung erfolgte anhand der Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) sowie ergänzend mittels international etablierter epidemiologischer Indizes. Zudem wurden mundgesundheitsbezogene Lebensqualität und Karieserfahrung erfasst.

Ergebnisse

Bei 40,5 % der Kinder bestand nach KIG 3–5 eine behandlungsindizierte kieferorthopädische Auffälligkeit. Dabei wiesen 10,0 % KIG-Grad 3, 25,5 % KIG-Grad 4 und 5,0 % KIG-Grad 5 auf. Weitere 57,0 % wurden KIG-Grad 2 zugeordnet. Insgesamt lag damit bei 97,5 % zumindest eine medizinisch oder nach GKV-Richtlinien relevante Form von Zahn- bzw. Kieferfehlstellung vor; lediglich 0,7 % zeigten ein kieferorthopädisch naturgesundes Gebiss. Vergleichbare Behandlungsindikationen ergaben sich auch mit internationalen Indizes (ICON: 41,6 %; MIOTN: 44,2 %). Eine eingeschränkte mundgesundheitsbezogene Lebensqualität, insbesondere Kauprobleme und Mundschmerzen, war mit erhöhtem kieferorthopädischem Versorgungsbedarf assoziiert. Kariesfreie Kinder wiesen seltener einen Versorgungsbedarf auf als Kinder mit Karieserfahrung; bei Kindern mit Versorgungsbedarf zeigten sich zudem mehr kariöse Milch- und bleibende Zähne.

Diskussion

Die Ergebnisse sprechen für einen über die Jahre weitgehend konstanten kieferorthopädischen Behandlungsbedarf in Deutschland. Aufgrund des Verzichts auf radiologische Diagnostik konnten jedoch nicht alle KIG-Kategorien vollständig erfasst werden, sodass der tatsächliche Versorgungsbedarf wahrscheinlich höher liegt. Die Befunde unterstreichen zugleich die Bedeutung kieferorthopädischer Maßnahmen im Kontext von Funktion, Lebensqualität und oraler Gesundheit.

Schlussfolgerungen

Die Studie liefert belastbare Daten zur Prävalenz kieferorthopädischer Auffälligkeiten bei Kindern in Deutschland. Der kieferorthopädische Versorgungsbedarf ist hoch und mit funktionellen Einschränkungen sowie Karies assoziiert. Für die Versorgungsplanung ergeben sich wichtige Hinweise auf eine weiterhin relevante epidemiologische und gesundheitsökonomische Bedeutung der Kieferorthopädie.






MIH (Kreidezähne)

MIH (Kreidezähne)

17.03.2025

Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) hat sich zu einem aktuellen Thema in der Zahnmedizin entwickelt. In der vorliegenden Studie wurden aktuelle Prävalenzen für Deutschland ermittelt.

Abstract

Einführung
Ziel der vorliegenden Studie war es, die Prävalenz der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) in Deutschland zu ermitteln. Sekundär sollten ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten von MIH und Karies sowie der Einfluss der MIH auf die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (MLQ) analysiert werden.
Methode
Alle 12-jährigen Kinder aus der DMS • 6 wurden gemäß den Kriterien der European Academy of Paediatric Dentistry (EAPD) hinsichtlich des Vorliegens einer MIH untersucht. Zudem wurden die Karieserfahrung und die MLQ ermittelt

Ergebnisse
922 Kinder im Alter von zwölf Jahren wurden in die Analyse eingeschlossen. Die Prävalenz der MIH lag bei 15,3 %.
In 63,3 % der Fälle fanden sich milde Formen. 8,2 % der Betroffenen wiesen eine Karieserfahrung auf. Die MLQ unterschied sich zwischen gesunden und MIH-Kindern nicht signifikant.
Schlussfolgerungen
Mehr als jedes siebte Kind im Alter von 12 Jahren ist in Deutschland von einer MIH betroffen. Damit werden regionale Beobachtungen über die Präsenz einer MIH-Problematik epidemiologisch gestützt. Die hohe Prävalenz zeigt die Notwendigkeit weiterer Forschung zu den Ursachen und zur Vermeidung der Erkrankung auf diesem Gebiet.

Molaren-Inzisiven-Hypomineralisationen

Molaren-Inzisiven-Hypomineralisationen kommen bei 15 Prozent der älteren Kindern in Deutschland vor und liegen damit weltweit im oberen Mittelfeld.

Da es sich um entwicklungsbedingte Störungen der Zahnhartsubstanzen handelt und somit ihre Entstehung vor dem Zahndurchbruch liegt, ist eine longitudinale Verlaufsbeobachtung epidemiologisch besonders interessant: Nach einer Beobachtungszeit von neun Jahren bleiben 89 Prozent der Läsionen im Anfangsstadium einer Opazität stabil, sodass bei jungen Volljährigen noch drei Viertel aller mih- Läsionen diese Befunde aufweisen.

Der Anteil der Schmelzeinbrüche bleibt ebenfalls mit 6 Prozent über den Zeitraum stabil.

Allerdings nimmt der Anteil atypischer Restaurationen als Versorgung von größeren strukturellen Läsionen um 10 Prozentpunkte auf 18 Prozent zu.

Publikation

Publikation

14.04.2026

Dieser Beitrag berichten über die diagnostizierten MIH-Defekte aus der DMS V über einen Zeitraum von neun Jahren und wie diese sich entwicklelt haben.

Abstract

Einführung

Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) ist ein Entwicklungsdefekt des harten Zahngewebes, der durch unzureichende Schmelzmineralisierung gekennzeichnet ist. Der natürliche Verlauf dieses entwicklungsbedingten Schmelzmangels ist jedoch unbekannt. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Veränderung des Schweregrades von Zähnen mit diagnostizierter Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) nach neun Jahren zu ermitteln.

Methode

Diese longitudinale Studie beruht auf Daten älterer Kinder bzw. junger Volljährige, die 2014 im Alter von 12 Jahren an der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) teilgenommen hatten (Baseline) und 2023 im Alter von 20 Jahren erneut untersucht wurden (Follow-up). Insgesamt wurden 158 Zähne von 366 Teilnehmenden mit MIH-Vorbefund einbezogen und die hypomineralisierten Zähne wurden sowohl in der Baseline- als auch in der Follow-up-Untersuchung gemäß den Kriterien der European Academy of Paediatric Dentistry (EAPD) hinsichtlich ihres Schweregrads befundet.

Ergebnisse

Bei 11,6 % der Zähne verschlechterte sich der MIH-Befund über den gesamten Beobachtungszeitraum (kumulative Progression). Das entspricht einer Progressionsrate von 1,4 Fällen pro 100 Zahnjahren. In 88,1 % der Zähne fand sich unabhängig vom Schweregrad keine Progression des MIH-Befundes. In 7,4 % der Fälle wurde bei ehemals lediglich verfärbten Zähnen eine atypische Restauration diagnostiziert. 60 % der bereits zur Baseline-Untersuchung eingebrochenen Schmelzareale waren nun ebenfalls mit einer Restauration versorgt.

Diskussion

Besonders begrenzte Opazitäten erwiesen sich als weitgehend unveränderlich, während posteruptive Schmelzeinbrüche einen klinischen Wendepunkt mit höherem Restaurationsbedarf darstellen. Die Zunahme atypischer Restaurationen spricht dafür, dass betroffene Zähne im Langzeitverlauf zunehmend behandlungsbedürftig werden.

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse dieser longitudinalen Studie liefern wichtige Hinweise auf den natürlichen Verlauf der MIH bei älteren Kindern bzw. jungen Volljährigen. Milde Formen einer MIH verlaufen überwiegend nicht progredient und können über mehrere Jahre klinisch stabil bleiben. Mit Beginn eines posteruptiven Schmelzeinbruchs erhöht sich das Risiko der Notwendigkeit einer restaurativen Versorgung.

Erosionen

Erosionen wurden im Rahmen der DMS · 6 ausschließlich in der Altersgruppe der jüngeren Erwachsenen gemessen. Ihre Verbreitung liegt dort bei 43 Prozent; das bedeutet, dass fast jeder zweite im Alter von 35 bis 44 Jahren mindestens einen Zahn mit einer erkennbaren Veränderung aufweist.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Diese Veränderungen werden in drei Schweregrade eingeteilt.

Es überwiegen bei den betroffenen Personen mit 60,6 Prozent mittelschwere Erosionen, bei denen sich der erosive Substanzverlust bis zur Hälfte der am schwersten betroffenen Zahnfläche ausdehnt.

Der Anteil schwerer Erosionen bei jüngeren Erwachsenen hat sich im Vergleich zur Vorgängerstudie erkennbar erhöht und weist auf einen zunehmenden Präventionsbedarf hin.






Erosionen

Erosionen

17.03.2025

Der Beitrag informiert über die aktuelle Verbreitung erosiver Befunde bei jüngeren Erwachsenen in Deutschland.

Abstract

Einführung
Neben der Karies erhalten andere Zahnhartsubstanzerkrankungen wie Erosionen zunehmende Bedeutung für Prävention und Therapie. Mit der Erhebung sollen aktuelle Zahlen zur Prävalenz von Erosionen bei jüngeren Erwachsenen ermittelt und mit dem bisherigen Kenntnisstand verglichen werden.
Methode
Im Zuge der bundesweiten repräsentativen 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) wurden alle Zähne gemäß Basic Erosive Wear Examination (BEWE) beurteilt. Pro Sextant ging der Maximalwert der Befundung in die Auswertung ein.
Ergebnisse
Die Prävalenz der Erosion beträgt 43,2 %. Männer wiesen mit 49,1 % öfter Erosionen auf als Frauen 37,8 % Jüngere Erwachsene mit hohem Bildungsstatus waren öfter von Erosionen betroffen als Personen mit mittlerem oder niedrigem Bildungsstatus:

  • hohem Bildungsstatus: 49,2 %
  • mittlerem Bildungsstatus: 37,9 %
  • niedrigem Bildungsstatus: 45,1 %
.

Diskussion
Im Vergleich zur Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) von 2014 ist die Prävalenz von Erosionen praktisch unverändert. Der Anteil der Personen mit erhöhtem Risiko ist jedoch angestiegen
Schlussfolgerungen
Die unverändert hohe Prävalenz von Erosionen verbunden mit dem gestiegenen Anteil der Personen mit mittlerer oder hoher Risikoeinstufung zeigt, dass die Prävention und die Therapie von Erosionen ein klinisch relevantes Thema sind.

Klinisch manifeste Erosionen

Klinisch manifeste Erosionen strecken sich deutlich auf den betroffenen Flächen aus. Im zeitlichen Verlauf der manifesten Erosionen zeigt sich eine altersabhängige Morbiditätsdynamik.

Bei jungen Volljährigen zeigt sich sowohl bei der Progression bestehender Erosionen als auch für das Neuauftreten (Inzidenz) eine Häufigkeit von etwa 10 Prozent.

Diese steigt dann im höheren Erwachsenenalter auf 30 Prozent beziehungsweise 39 Prozent an.

Inwiefern es sich dabei um reine säurebedingte Erosionsschäden handelt oder ob mit zunehmender Vorschädigung auch weitere mechanische Abnutzungserscheinungen, wie Abrasion und Attrition hinzukommen, kann epidemiologisch nicht eindeutig geklärt werden.

Publikation

Publikation

14.04.2026

Bei Heranwachsenden und Ewachsenen konnte erstmalig im Rahmen der DMS • 6 eine messbare, aber dennoch geringe Inzidenz und Progession von Abnutzungserscheinungen der Zähne, hier subsummiert als Erosionen, gezeigt werden.

Abstract

Einführung

Zur Zahnabnutzung allgemein, wie auch deren säurebedingten Unterformen, den Erosionen, existieren kaum Longitudinaldaten. Im Rahmen der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) wurden nunmehr erstmalig die Inzidenz und Progression von Erosionen bei älteren Kindern/jungen Volljährigen sowie Erwachsenen über einen Zeitraum von ca. 9 Jahren erfasst.

Methode

Die Stichprobe umfasste 371 ältere Kinder/junge Volljährige und 341 Erwachsene aus der DMS • 6 Kohorte, die 2014 erstmalig (Baseline) und 2023 erneut (Follow-up) untersucht wurden. Dentale Erosionen wurden mithilfe der Basic Erosive Wear Examination (BEWE) erfasst. Bestimmt wurden zum einen die Prävalenzen sowie die Verteilungen des maximalen Ausprägungsgrads und der Risikoeinstufungen für beide Untersuchungszeitpunkte. Außerdem wurden Inzidenzen klinisch manifester Erosionsdefekte und Progressionsraten der Erkrankung berechnet. Darüber hinaus wurden mittlere Veränderungen des BEWE-Summenscores und Veränderungen der Restaurationsmuster ausgewertet.

Ergebnisse

Innerhalb des Beobachtungszeitraums stieg die Prävalenz aller Erosionen bei den älteren Kindern/jungen Volljährigen um ca. 2,6 %-Punkte auf 18,8 %, und bei den Erwachsenen um 10,8 %-Punkte auf 53,6 %. Die Inzidenzraten (pro 100 Personenjahre) für manifeste erosive Defekte betrugen 1,2 bzw. 5,4. Bei 1,2 bzw. 4,0 Fällen pro 100 Personenjahre kam es zu einer Progression des maximalen BEWE-Ausprägungsgrads. Allerdings entstanden nur bei einigen wenigen Erwachsenen (2 %) ausgeprägtere Substanzverluste auf ≥ 50 % der Zahnfläche. Diejenigen Studienteilnehmenden mit einem Erosionsbefund in der Baseline-Untersuchung erhielten fast doppelt so viele Füllungen im Beobachtungszeitraum wie alle anderen Studienteilnehmenden. Außerdem fanden sich in den posterioren Sextanten mit remittierten klinisch manifesten Defekten fast dreimal so viele neu gefüllte Zähne (insbesondere fünfflächige Restaurationen) wie in denjenigen ohne Veränderung des Erosionsbefunds.

Diskussion

Die in dieser Studie berichtete Erosionsinzidenz bei den älteren Kindern/jungen Volljährigen erscheint im internationalen Vergleich gering. Allerdings ist die Vergleichbarkeit eingeschränkt, da sich die hier berichteten Inzidenzraten nur auf klinisch manifeste Erosionsdefekte beziehen und den initialen Verlust von Oberflächenstrukturen nicht einschließen. Die vermehrt dokumentierten neuen großflächigen Restaurationen bei Erosionsbetroffenen sprechen für eine restaurative Therapie aufgrund der Erosion und nicht wegen Karies. Inwieweit hierbei auch mechanische Komponenten der Abnutzung eine Rolle spielen, war nicht Gegenstand der Studie.

Schlussfolgerungen

Die Inzidenz von Erosionen ist bei älteren Kindern/jungen Volljährigen niedrig, während sie im Erwachsenenalter deutlich höher ist, gleichwohl sind nur wenige von ausgeprägten klinischen Befunden betroffen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Prävalenz von Zahnabnutzung bei Erwachsenen mittleren Alters in Zukunft leicht zunehmen könnte, was mögliche Auswirkungen auf den Bedarf an zahnärztlicher Versorgung hat.

Mundschleimhautveränderungen

Mundschleimhautveränderungen kommen bei 13 Prozent der jüngeren Seniorinnen und Senioren vor. Im Folgejahrzehnt entwickeln 10 Prozent der Menschen aus dieser Altersgruppe weitere Veränderungen.

Zwischen 2014 und 2023 ist es zu einer signifikanten Zunahme der Leukoplakie gekommen, die eine Vorstufe von Mundhöhlenkrebs darstellen kann.

Prothesenbedingte Veränderungen der Mundschleimhaut nehmen im Zusammenhang mit der Zunahme festsitzender zahnprothetischer Versorgungen ab und sind bei Totalprothesen mehr als doppelt so oft vorzufinden wie bei Teilprothesen.

Neben der Leukoplakie kommen Verhornungsstörungen der Mundschleimhaut als Raucherkeratose auch bei 4 Prozent der Rauchenden vor.

Publikation

Publikation

14.04.2026

Dieser Beitrag liefert Erkenntnisse zu Prävalenzen von Mundschleimhautveränderungen und setzt sie in Beziehung zu demografischen Parametern.

Abstract

Einführung

Mundschleimhautveränderungen können durch eine Vielzahl pathologischer Veränderungen verursacht sein. Daten zur Prävalenz und soziodemografischen Verteilung von Veränderungen der Mundschleimhaut sind jedoch kaum verfügbar. Die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) liefert nicht nur Querschnittsanalysen von Veränderungen der Mundschleimhaut, sondern auch Längsschnittanalysen nach einem Follow-up von 9 Jahren.

Methode

Für die Querschnittsanalyse wurden Daten von 797 jüngeren Seniorinnen und Senioren (65- bis 74-Jährige) aus dem querschnittlichen Arm der DMS • 6 einbezogen. Die Längsschnittanalyse erfolgte anhand der Daten von 373 Seniorinnen und Senioren aus der DMS • 6 Kohorte, die 2014 erstmalig (Baseline) und 2023 erneut (Follow-up) untersucht wurden. Die Dokumentation der häufigsten Mundschleimhautveränderungen orientierte sich an dem Vorgehensmuster der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V). Jede detektierte Läsion wurde ergänzend fotografiert und von zwei unabhängigen Experten verifiziert. Andere diagnostische Maßnahmen wurden nicht durchgeführt.

Ergebnisse

Bei den jüngeren Seniorinnen und Senioren lag eine Prävalenz von 13,3 % für Mundschleimhautveränderungen vor. Für die Leukoplakie wurde eine Prävalenz von 4,3 % beobachtet. In der DMS III, DMS V und DMS • 6 zeigten sich überwiegend ähnliche Prävalenzen. Männer waren häufiger betroffen als Frauen. Die longitudinale Analyse zeigte, dass die Mehrheit (68 %) der zur Baseline festgestellten Mundschleimhautveränderungen zum Follow-up nicht mehr festgestellt werden konnten. Drei Teilnehmende wiesen jedoch persistierende prothesenbedingte Veränderungen auf. Ungefähr 10 % derjenigen, die zur Baseline gesund waren, zeigten im Beobachtungszeitraum eine oder mehrere neue Veränderungen der Mundschleimhaut. 2,8 % entwickelten neue schwerwiegende Läsionen (Karzinome und Leukoplakien).

Diskussion

Insgesamt lassen sich die Prävalenzen über alle Mundschleimhautveränderungen gut in die internationale Literatur einordnen, inklusive der Prävalenzen von Leukoplakien und Lichen planus. Die Progression der Läsionen Lichen planus und Raucherkeratose konnte im Rahmen dieser Studie nicht ermittelt werden, da Personen mit diesen Vorbefunden nicht mehr Teil der Kohortenstichprobe waren.

Schlussfolgerungen

Nicht nur die Dokumentation von malignen Läsionen spielt für die Forschung und für Betroffene eine wichtige Rolle, sondern auch die Dokumentation von nicht-malignen Läsionen sollte in epidemiologischen Studien erhoben werden. Es empfiehlt sich, in zukünftigen Längsschnittstudien Leukoplakien und Lichen planus hinsichtlich ihres Entartungsrisikos sowie Raucherkeratosen in Bezug auf den Tabakkonsum epidemiologisch zu erfassen.






Publikation

Publikation

17.03.2025

Dieser Beitrag deckt Defizite bei den Zahnputzfertigkeiten in der deutschen Bevölkerung auf und setzt sie in Beziehung zu anderen Parametern.

Abstract

Einführung
Vergangene Deutsche Mundgesundheitsstudien (DMS) haben gezeigt, dass sich das Zahnputzmuster – ein Verhaltensindex aus Zahnputzhäufigkeit, -dauer und -zeitpunkten – in den vergangenen Jahrzehnten stetig verbessert hat. Noch nicht untersucht wurden bislang aber die Zahnputzfertigkeiten, also die Fähigkeit, mit dem Zähneputzen auch Plaquefreiheit herzustellen.
Methode
Alle Teilnehmenden der DMS • 6 aus den Altersgruppen der 12-Jährigen, 35- bis 44-Jährigen und 65- bis 74-Jährigen wurden gebeten, ihre Zähne nach bestem Vermögen zu putzen. Sie nutzten hierfür ihre eigenen oder bereitgestellten Utensilien. Die verbleibende Plaque nach Putzen wurde mit dem modifizierten Marginalen Plaqueindex (mMPI) erfasst, der den Prozentsatz der am Gingivarand verbleibenden plaquebesiedelten Segmente angibt. c Die Daten wurden in Bezug gesetzt zu den per Fragebogen erfassten Daten zur Demografie (Alter, Geschlecht, Bildungsstatus), dem Zahnputzverhalten (Häufigkeit, Verwendung einer elektrischen Zahnbürste) und ausgewählten Zahnbehandlungen (professionelle Zahnreinigung, Parodontitisbehandlung).
Ergebnisse
Auch nach bestmöglichem Putzen war in allen Altersgruppen etwa die Hälfte der Segmente (44 %–52 %) plaquebesiedelt. In der Befragung zeigen sich die deutlichsten Gruppenunterschiede hinsichtlich der Bildung, wobei selbst in der Gruppe der jüngeren Seniorinnen und Senioren mit hohem Bildungsstatus 37 % der Flächen nach dem Putzen plaquebesiedelt blieben.

Diskussion
Die Daten zeigen, dass bevölkerungsweit Defizite bei der Fähigkeit bestehen, Plaquefreiheit zu erzeugen.
Schlussfolgerungen
Präventionsbemühungen sollten sich in Zukunft auch darauf konzentrieren, die Zahnputzfertigkeiten in der Bevölkerung zu verbessern.

Ergebnisse

Bei der Analyse von Menschen, die sich besonders effektiv die Zähne putzen, sind einige Aspekte auffällig: Die Menschen mit den besten Mundhygieneergebnissen putzen länger die Zähne als die Personen, die wenig effektiv sind; etwa eine halbe Minute länger.

Vor allem putzen sie die Zahninnenflächen gründlicher – und zwar mindestens doppelt so lang. Das ist die größte Schwachstelle des Zähneputzens überhaupt!

Besonders effektiv wird das Zähneputzen außerdem, wenn elaborierte Bewegungen der Zahnbürste ins Spiel kommen anstatt eines horizontalen Schrubbens. Diese elaborierten Bürstbewegungen sind einer elektrischen Zahnbürste quasi immanent.

Außerdem ist für eine wirksame Belagsentfernung eine Zahnzwischenraumreinigung erforderlich.

Publikation

Publikation

14.04.2026

Erstmalig wurde in einer Bevölkerungsstichprobe der Zahnputzvorgang beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass die erreichte Plaquefreiheit mit zahlreichen Verhaltensaspekten assoziiert ist.

Abstract

Einführung

Um zu verstehen, warum der Zahnputzvorgang häufig nicht zur erwünschten Plaquefreiheit führt, wurde das Zahnputzverhalten in vier Altersgruppen (12-Jährige, 20-jährige, 35-bis 44-Jährige, 65-bis 74-Jährige) analysiert.

Methode

Von 1.941 Teilnehmenden der DMS • 6 lagen auswertbare Videos eines Zahnputzvorgangs nach bestem Vermögen und die unmittelbar danach erhobenen Plaquewerte vor. Alle Videos wurden hinsichtlich Zahnkontaktzeit (ZKZ), Anwendung von Interdentalhygiene (IDH) und Art der Zahnbürste (elektrisch/manuell) analysiert. Im Extremgruppenvergleich erfolgte zusätzlich eine differenzierte Analyse des Verhaltens der manuell putzenden Erwachsenen mit den 10 % niedrigsten (n = 35) vs. höchsten (n = 33) Plaquewerten.

Ergebnisse

Die durchschnittliche ZKZ lag nur bei den jüngeren Seniorinnen und Senioren unter 2 Minuten. IDH wurde von 25% der Teilnehmenden durchgeführt, 44% verwendeten eine elektrische Zahnbürste. Der Extremgruppenvergleich erbrachte signifikante Unterschiede in allen untersuchten Verhaltensaspekten mit Ausnahme der korrekten Anwendung von Zahnseide, die niemandem gelang. Die Anwendung von IDH ging mit einem elaborierteren Zahnbürstverhalten einher.

Diskussion

Die Daten weisen auf die besondere Bedeutung des Zahnbürstverhaltens für die erreichte Plaquefreiheit hin.

Schlussfolgerungen

Die erreichte Plaquefreiheit steht in Zusammenhang zu verschiedenen Aspekten des Zahnputzverhaltens.

Publikation

Publikation

17.03.2025

Der Beitrag bewertet den oralen Gesundheitsstatus in Deutschland im Vergleich zu anderen EU- und OECD-Ländern. Er unterstreicht die Bedeutung kontinuierlicher Präventionsmaßnahmen und sozioökonomischer Faktoren für die langfristige Mundgesundheit.

Abstract

Einführung

In dieser Studie wurde der orale Gesundheitsstatus der deutschen Bevölkerung mit dem der Bevölkerungen ausgewählter EU-Länder und Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verglichen.

Methode

Daten der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) wurden mit denen aus der Oral Health Country/Area Profile Project (CAPP)-Datenbank der Universität Malmö sowie aus einer systematischen Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed und Google Scholar verglichen. Berücksichtigt wurden vorwiegend nationale repräsentative Studien.

Ergebnisse

Was die Karieslage angeht, belegt Deutschland im internationalen Vergleich Rang 2 von 39 bei den 12-Jährigen, Rang 5 von 21 bei den 35- bis 44-Jährigen und Rang 10 von 20 bei 65- bis 74-Jährigen. Der Anteil parodontal Gesunder ist in Deutschland vergleichsweise niedrig. Bei Erosionen zeigt Deutschland in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen hingegen die geringste Prävalenz und nimmt damit eine Spitzenposition unter den Vergleichsländern ein. Mit einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation-Prävalenz (MIH) von 15,3 % liegt Deutschland im internationalen Mittelfeld. Zwischen dem kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt und der Karieserfahrung bei 12-Jährigen besteht eine signifikante inverse Korrelation.

Diskussion

Im Vergleich zu anderen EU- und OECD-Ländern liegt die Karieslast in Deutschland auf einem recht niedrigen Niveau, verliert jedoch mit zunehmendem Alter die in der Kindheit und Jugend erreichte Spitzenposition. Dieser Befund deutet darauf hin, dass die in der frühen Lebensphase erzielten präventiven Erfolge im Erwachsenenalter aufgrund des Fehlens kontinuierlicher Präventionsmaßnahmen nicht aufrechterhalten wurden. Die relativ hohe Prävalenz von Wurzelkaries in Deutschland wurde einem intrinsisch höheren Erkrankungsrisiko und einer längeren Zahnerhaltung bei Erwachsenen und Senioren zugeschrieben. Die parodontale Situation war jedoch weniger günstig, wobei methodische Unterschiede zwischen den Studien und die hohe Zahnerhaltungsrate in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden müssen. Deutschlands Spitzenposition bei Erosionen sollte aufgrund begrenzter Daten vorsichtig interpretiert werden. Die Prävalenz von MIH entsprach dem internationalen Durchschnitt, und eine Klärung seiner Ätiologie ist für eine gezielte Prävention angezeigt. Der Zusammenhang zwischen kaufkraftbereinigtem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf und Karies verdeutlicht den Einfluss sozioökonomischer Faktoren.

Schlussfolgerungen

Im internationalen Vergleich weist Deutschland insgesamt günstige Karieswerte auf. Es bestehen jedoch Defizite in der Parodontalgesundheit und in der Nachhaltigkeit präventiver Effekte. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit kontinuierlicher, lebensphasenübergreifender Präventionsstrategien unter Berücksichtigung sozioökonomischer Einflussfaktoren.






Publikation

Publikation

17.03.2025

Zahnverlust, Zahnlosigkeit und die prothetische Versorgung haben eine erhebliche sozioökonomische Bedeutung und geben epidemiologisch einen einfach vergleichbaren Überblick über die Bevölkerung.

Abstract

Einführung
Die Untersuchung kombiniert sozialwissenschaftliche Befragungen mit zahnärztlichen Untersuchungen. Frühere DMS-Studien konzentrierten sich hauptsächlich auf Zahnverlust, Zahnlosigkeit und die Art der prothetischen Versorgung. Bezüglich des abnehmbaren Zahnersatzes wurden im Rahmen der DMS • 6 der Zustand und der Behandlungsbedarf ergänzend erfasst und notwendige Wiederherstellungsmaßnahmen nach Aufwand (chairside bzw. labside) gruppiert
Methode
Die Untersuchung kombiniert sozialwissenschaftliche Befragungen mit zahnärztlichen Untersuchungen. Frühere DMS-Studien konzentrierten sich hauptsächlich auf Zahnverlust, Zahnlosigkeit und die Art der prothetischen Versorgung. Bezüglich des abnehmbaren Zahnersatzes wurden im Rahmen der DMS • 6 der Zustand und der Behandlungsbedarf ergänzend erfasst und notwendige Wiederherstellungsmaßnahmen nach Aufwand (chairside bzw. labside) gruppiert.
Ergebnisse
Die Prävalenz vollständiger Zahnlosigkeit ist im Vergleich zur Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) dem Jahr 2014 erheblich zurückgegangen. In der Gruppe der jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) spielt sie praktisch keine Rolle mehr; in der Seniorengruppe (65- bis 74-Jährige) hat sie sich mit 5,0 % seit 2014 (12,4 %) mehr als halbiert. Jüngere Erwachsene haben im Mittel 26,6 Zähne, die jüngeren Seniorinnen und Senioren im Mittel noch 19,3 Zähne. Ein niedriger Bildungsstatus stellt einen wichtigen prognostischen Faktor für den Zahnverlust dar. Aufgrund der niedrigen Prävalenz von Zahnlosigkeit bei den jüngere Erwachsenen spielt der abnehmbare Zahnersatz keine Rolle, während er bei den jüngeren Seniorinnen und Senioren – vornehmlich als Kombinationsersatz – dominiert. Die Prävalenz festsitzender, teilweise implantatgestützter prothetischer Versorgungen steigt weiter an. Von den abnehmbaren Prothesen befanden sich 50-60% in einem sehr guten bzw. guten klinischen Zustand. Mängel betrafen vor allem einfache Kunststoffprothesen. Die Zufriedenheit der Studienteilnehmenden mit abnehmbarem Zahnersatz ist dennoch sehr hoch; dieser wird nahezu durchgehend getragen

Diskussion
Das wichtigste Ergebnis dieser Studie ist der anhaltende signifikante Rückgang der Prävalenz vollständiger Zahnlosigkeit bei Senioren, der auf einen weiteren Rückgang der Zahnlosigkeit in der Zukunft mit Schätzungen von rund 4 % im Jahr 2030 schließen lässt. Die beobachtete Verschiebung der prothetischen Leitversorgung vom abnehmbaren zum festsitzenden Zahnersatz sowie die steigende Prävalenz inserierter Implantate ist positiv zu sehen.
Schlussfolgerungen
Die Daten zeigen eine weitere Morbiditätskompression im Vergleich zu DMS V, da die totale Zahnlosigkeit weiter zurückgegangen ist und sich der Zahnersatz immer mehr zu festsitzenden, teilweise implantatgestützten Formen verschiebt. Dabei stellt der Bildungsstatus einen wichtigen Einflussfaktor dar.

Ergebnisse

Die kumulative Inzidenz des Zahnverlustes über den Beobachtungszeitraum von 9 Jahren war bei den Seniorinnen und Senioren doppelt so hoch wie bei den Erwachsenen.

Seniorinnen und Senioren mit hohem Bildungsstatus zeigten keine Veränderung, während bei denen mit 10 Jahren oder weniger Schulbildung ein Anstieg zu verzeichnen war.

Die kumulative Inzidenz der Zahnlosigkeit betrug 3,2 % bei Seniorinnen und Senioren. In der Kohorte der Erwachsenen gab es über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg keine Zahnlosen.

Bei Erwachsenen sank die Prävalenz der Vollbezahnung von 44,0 % (Baseline) auf 37,6 % (Follow-up).

Der Anteil des festsitzenden Zahnersatzes stieg bei Erwachsenen um 11,1 %-Punkte, während er bei Seniorinnen und Senioren um 2,8 %-Punkte zurückging.

Die Prävalenz von Implantaten nahm in beiden Alterskohorten zu.

Die Inzidenzrate des Zahnverlustes von 10,0 pro 100 Personenjahre bei Seniorinnen und Senioren unterstreicht eine beschleunigte Verlustrate (vs. 4,1 bei Erwachsenen).

Die Versorgung mit neuen Implantaten war in beiden Alterskohorten ähnlich (Inzidenzraten: 1,1 bzw. 1,4 pro 100 Personenjahre).

Publikation

Publikation

14.04.2026

Der in die DMS • 6 integrierte longitudinale Studienarm stellt erstmalig Daten über die Entwicklung von Zahnverlust und prothetischer Versorgung für dieselben Studienteilnehmenden über einen Zeitraum von 9 Jahren zur Verfügung.

Abstract

Einführung

Diese Längsschnittstudie verwendet Daten der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6), um die Inzidenz von Zahnverlust und prothetischer Versorgung über einen Zeitraum von 9 Jahren bei Teilnehmern der DMS • 6 Kohorte zu bestimmen, die 2014 (Baseline) untersucht und 2023 (Follow-up) erneut untersucht wurden.

Methode

Die Stichprobe umfasste 342 Erwachsene (43- bis 52-Jährige beim Follow-up) und 373 Senioren (73- bis 82-Jährige beim Follow-up), die die Einschlusskriterien für das DMS • 6 Analyse-Set erfüllten und für die vollständige Informationen über prothetische Versorgungen vorlagen. Die Prävalenz, das Ausmaß und die Inzidenz von Zahnverlust und prothetischen Versorgungen wurden zwischen Baseline und Follow-up verglichen.

Ergebnisse

Die kumulative Inzidenz des Zahnverlustes über den Beobachtungszeitraum von 9 Jahren war bei den Seniorinnen und Senioren doppelt so hoch wie bei den Erwachsenen. Der Bildungsstatus beeinflusste den Zahnverlust im Beobachtungszeitraum: Seniorinnen und Senioren mit hohem Bildungsstatus zeigten keine Veränderung, während bei denen mit 10 Jahren oder weniger Schulbildung ein Anstieg zu verzeichnen war. Die kumulative Inzidenz der Zahnlosigkeit betrug 3,2 % bei Seniorinnen und Senioren. In der Kohorte der Erwachsenen gab es über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg keine Zahnlosen. Bei Erwachsenen sank die Prävalenz der Vollbezahnung von 44,0 % (Baseline) auf 37,6% (Follow-up). Der Anteil des festsitzenden Zahnersatzes stieg bei Erwachsenen um 11,1 %-Punkte, während er bei Seniorinnen und Senioren um 2,8 %-Punkte zurückging. Die Prävalenz von Implantaten nahm in beiden Alterskohorten zu. Die Inzidenzrate des Zahnverlustes von 10,0 pro 100 Personenjahren bei Seniorinnen und Senioren unterstreicht eine beschleunigte Verlustrate (vs. 4,1 bei Erwachsenen). Die Versorgung mit neuen Implantaten war in beiden Alterskohorten ähnlich (Inzidenzraten: 1,1 bzw. 1,4 pro 100 Personenjahre).

Diskussion

Trotz des hohen Zahnverlustes bleibt die kumulative Inzidenz der Zahnlosigkeit bei Seniorinnen und Senioren niedrig und die Zunahme von Implantatversorgung kompensiert Zahnverluste effektiv, wobei vergleichbare Raten in beiden Gruppen zu beobachten sind.

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse zeigen eine verbesserte Mundgesundheit, jedoch weiterhin Herausforderungen in der prothetischen Versorgung, insbesondere bei Älteren. Die Schulbildung beeinflusst Mundgesundheit und Versorgungsbedarf deutlich.

Publikation

Publikation

14.04.2026

Der Artikel beschreibt die Prävalenz periimplantärer Erkrankungen in Deutschland und untersucht mit periimplantären Entzündungen assoziierte Faktoren auf Basis einer bevölkerungsrepräsentativen oralepidemiologischen Studie.

Abstract

Einführung

Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz periimplantärer Erkrankungen sowie mit periimplantären Entzündungen assoziierte Faktoren in einer bevölkerungsbasierten deutschen Kohorte zu untersuchen. Eingeschlossen wurden jüngere Erwachsene (35- bis 44-Jährige) und jüngere Seniorinnen und Senioren (65- bis 74-Jährige) aus der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6).

Methode

Für 925 jüngere Erwachsene und 788 jüngere Seniorinnen und Senioren lagen Daten vor. Von diesen wiesen 63 (n = 108 Implantate) bzw. 163 (n = 477 Implantate) mindestens ein Zahnimplantat auf. Die Sondierungstiefe (ST) und das Bluten auf Sondieren (BOP) wurden an sechs Stellen pro Implantat erhoben. Periimplantäre Gesundheit wurde für jedes Implantat definiert als maximal eine Stelle mit BOP. Eine periimplantäre Mukositis wurde definiert als mindestens zwei Stellen mit BOP, wobei maximal eine Stelle mit BOP gleichzeitig eine ST > 6 mm aufwies. Eine Periimplantitis wurde definiert als mindestens zwei Stellen mit BOP und gleichzeitiger ST > 6 mm.

Ergebnisse

In der Gesamtpopulation wurden bei 2,1 % (95%-Konfidenzintervall [KI]: 1,3–3,5 %) der jüngeren Erwachsenen und bei 7,0 % (95%-KI: 5,2–9,4 %) der jüngeren Seniorinnen und Senioren periimplantäre Erkrankungen diagnostiziert. Unter den Studienteilnehmenden mit Zahnimplantaten zeigte sich periimplantäre Gesundheit bei 68,3 % (95%-KI: 56,1–78,7 %) der jüngeren Erwachsenen und bei 68,1 % (95%-KI: 60,7–74,9 %) der jüngeren Seniorinnen und Senioren. Eine periimplantäre Mukositis bzw. Periimplantitis wurden bei 30,2 % (95%-KI: 19,9–42,2 %) bzw. 1,6 % (95%-KI: 0,2–7,2 %) der jüngeren Erwachsenen sowie bei 30,7 % (95%-KI: 24,0–38,0 %) bzw. 1,2 % (95%-KI: 0,3–3,9 %) der jüngeren Seniorinnen und Senioren diagnostiziert. Auf Implantatebene lagen die entsprechenden Werte bei 25,9 % (95%-KI: 18,4–34,7 %) bzw. 0,9 % (95%-KI: 0,1–4,2 %) sowie bei 20,5 % (95%-KI: 17,1–24,3 %) bzw. 0,4 % (95%-KI: 0,1–1,3 %). Eine Parodontitis im Stadium III/IV war signifikant mit einem erhöhten Risiko für periimplantäre Erkrankungen assoziiert (Odds Ratio: 2,52; p = 0,006).

Diskussion

Eine periimplantäre Mukositis wurde bei Studienteilnehmenden mit Zahnimplantaten häufig beobachtet, wohingegen eine klinisch definierte (sondierungsbasierte) Periimplantitis in beiden Altersgruppen selten war. Eine schwere Parodontitis (Stadium III/IV) war mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Auftreten periimplantärer Erkrankungen assoziiert. Aufgrund fehlender Röntgendaten sind die Prävalenzschätzungen zur Periimplantitis als konservativ zu interpretieren.

Schlussfolgerungen

Insgesamt unterstreichen die Befunde die Bedeutung einer strukturierten Implantatnachsorge, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit parodontaler Vorerkrankung.






Publikation

Publikation

17.03.2025

Der Beitrag liefert Erkenntnisse zur Mundgesundheit von Eingewanderten und deren Kindern. Insbesondere angesichts aktueller Migrations- und Fluchtbewegungen besteht viel Forschungsbedarf zu dem Thema

Abstract

Einführung
Im Rahmen der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) wurde erstmals die Migrationsgeschichte der Studienteilnehmenden auf Bevölkerungsebene ermittelt.
Methode
Die Auswertung und Darstellung migrationsbezogener Einzelindikatoren, des Mundgesundheitsverhaltens und oraler Erkrankungen erfolgte getrennt für 12-Jährige, 35- bis 44-Jährige und 65- bis 74-Jährige.
Ergebnisse
Bei Betrachtung der Krankheits- und Versorgungsprävalenzen zeigten sich Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte in allen drei Altersgruppen. Erstere wiesen höhere Prävalenzen oraler Erkrankungen auf sowie ein eher beschwerdeorientiertes Inanspruchnahmeverhalten zahnmedizinischer Leistungen.


Schlussfolgerungen
Die Daten zu den Prävalenzen oraler Erkrankungen und dem Mundgesundheits- und Inanspruchnahmeverhalten liefern Hinweise darauf, dass Menschen mit Migrationsgeschichte nicht in gleicher Weise von Angeboten zur Gruppen- und Individualprophylaxe zu profitieren scheinen wie Menschen ohne Migrationsgeschichte.

Risikofaktor- Migration

In allen Altersgruppen wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen Migrationsgeschichte und schlechteren Mundgesundheitswerten sowie weniger günstigem Mundhygieneverhalten beobachtet.

Nach der Anpassung auf Alter, Geschlecht und Bildungsstatus wiesen Personen mit Migrationsgeschichte höhere Plaquewerte, mehr blutende Stellen, eine höhere Prävalenz kariöser Zähne, eine geringere Zahnputzhäufigkeit und eine beschwerdeorientierte Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen auf.

Zukünftige Forschung sollte sich darauf konzentrieren, migrationsbedingte Faktoren, Gesundheitskompetenz und Gesundheitsverhalten genauer zu untersuchen, um die Unterschiede besser zu erklären und die Mundgesundheit von Migrantenpopulationen zu verbessern.

Publikation

Publikation

17.03.2025

Die DMS • 6 ist die erste groß angelegte Studie, die den Zusammenhang zwischen Migrationsgeschichte und mundgesundheitsbezogenen Merkmalen

Abstract

Einführung
Studien haben eine signifikante Assoziation zwischen Migrationsgeschichte und Mundgesundheit nachgewiesen. Selbst nach Anpassung auf Störfaktoren bleibt die Migrationsgeschichte ein unabhängiger Risikofaktor für eine schlechtere Mundgesundheit. Im Rahmen der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) wurden Erkrankungs- und Versorgungsprävalenzen bei Personen mit Migrationshintergrund auf Bevölkerungsebene untersucht. Ziel dieses Artikels ist es, den Zusammenhang zwischen Migrationsgeschichte, Bildungsstatus und Mundgesundheit zu bewerten.
Methode
Die Analysen zum Zusammenhang zwischen Migrationsgeschichte und verschiedenen Mundgesundheitsparametern wurden getrennt für jüngere Jugendliche (12-Jährige), Erwachsene (20-Jährige, 35- bis 44-Jährige, 43- bis 52-Jährige) und Senioren (65- bis 74-Jährige, 73- bis 82-Jährige) durchgeführt.
Ergebnisse
In allen Altersgruppen wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen Migrationsgeschichte und schlechteren Mundgesundheitswerten e weniger günstigen Mundhygieneverhalten beobachtet. Nach der Anpassung auf Alter, Geschlecht und Bildungsstatus wiesen Personen mit Migrationsgeschichte höhere Plaque-Werte, mehr blutende Stellen, eine höhere Prävalenz kariöser Zähne, eine unzureichende Zahnputzhäufigkeit und eine beschwerdeorientierte Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen auf.

Diskussion
Frühere Studien haben den Bildungsstatus konsequent als Risikofaktor für eine schlechtere Mundgesundheit identifiziert. In der vorliegenden Studie blieb der Zusammenhang zwischen Migrationsgeschichte und Mundgesundheitsparametern auch nach der Anpassung auf Bildung in multivariaten Modellen signifikant. Dieses Ergebnis unterstreicht die Migrationsgeschichte als unabhängigen Risikofaktor für schlechtere Mundgesundheitswerte.
Schlussfolgerungen
Dies ist die erste groß angelegte Kohortenstudie in Deutschland, die den Zusammenhang zwischen Migrationsgeschichte und verschiedenen Mundgesundheitsparametern in unterschiedlichen Altersgruppen analysiert. Zukünftige Forschung sollte sich darauf konzentrieren, migrationsbedingte Faktoren, Gesundheitskompetenz und Gesundheitsverhalten genauer zu untersuchen, um die beobachteten Unterschiede besser zu erklären und die Mundgesundheit von Migrantenpopulationen zu verbessern.

Risikofaktor - Rauchen

Rauchen ist einer der drei bedeutendsten Risikofaktoren fast aller chronischen Krankheiten der Menschheit. Dies gilt auch für die chronischen zahnmedizinischen Erkrankungen.

Menschen, die regelmäßig rauchen, haben mehr Wurzelkaries und der Gesundheitszustand des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates wird durch das Rauchen erkennbar in Mitleidenschaft gezogen.

Rauchen ist also ein Risikofaktor für Parodontitis. Rauchen wirkt sich in der Folge auch auf den Zahnbestand auf.

Die gesundheitlichen Einschränkungen des Rauchens auf die Mundgesundheit wird offenbar selbst wahrgenommen, denn täglich rauchende Menschen schätzen ihren eigenen Mundgesundheitszustand schlechter ein und berichten auch von eingeschränkter mundgesundheitsbezogener Lebensqualität.

Publikation

Publikation

17.03.2025

Dieser Beitrag untersucht erstmals für Deutschland den Zusammenhang zwischen Rauchen und selbsteingeschätzten sowie klinischen Parametern der Mundgesundheit und schließt damit eine Forschungslücke.

Abstract

Einführung
Rauchen ist in Industrienationen das bedeutendste einzelne Gesundheitsrisiko und führende Ursache für vorzeitige Sterblichkeit. Internationale Studien zeigen, dass Rauchen auch der Mundgesundheit schadet. Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, den Zusammenhang zwischen Rauchen und Mundgesundheit auf Grundlage bevölkerungsrepräsentativer Daten für Deutschland umfassend zu untersuchen.
Methode
Datengrundlage ist die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS • 6), die zwischen 2021 und 2023 durchgeführt wurde. Insgesamt gingen Daten von 2.135 Personen in die Analysen ein. Die Verteilung von soziodemografischen Merkmalen (Geschlecht, Alter, Bildung), Merkmalen des Mundgesundheitsverhaltens (Häufigkeit des Zähneputzens, Häufigkeit der Interdentalreinigung, Häufigkeit von Zahnarztbesuchen) und mundgesundheitsbezogenen Parametern (selbstwahrgenommene Mundgesundheit, mundgesundheitsbezogene Lebensqualität, Wurzelkaries, Parodontitis, Mundschleimhautveränderungen, Anzahl vorhandener Zähne) wurde getrennt nach Rauchstatus – täglich, nicht mehr, nie – berichtet. Um das Ausmaß der Assoziationen zwischen dem Rauchstatus und den mundgesundheitsbezogenen Zielgrößen abzuschätzen, wurden Regressionsmodelle mit gemischten Effekten berechnet.
Ergebnisse
Täglich Rauchende erreichten im Vergleich zu Personen, die noch nie geraucht haben, schlechtere Werte sowohl bei den selbsteingeschätzten mundgesundheitsbezogenen Parametern als auch bei den zahnmedizinisch-klinischen Parameter. Diese Assoziationen blieben bestehen, auch wenn für wichtige soziodemografische Merkmale sowie Merkmale des Mundgesundheitsverhaltens statistisch kontrolliert wurde. Das traf weitgehend auch für ehemalige Rauchende im Vergleich zu Nie-Rauchenden zu.

Diskussion
Rauchen ist ein gut etablierter Risikofaktor für eine schlechtere Mundgesundheit. Die Ergebnisse der DMS • 6 bestätigen diese Assoziation und stimmen mit denen anderer nationaler und internationaler Studien überein
Schlussfolgerungen
Aufgrund des starken Effekts des Rauchens auf die Mundgesundheit sind umfassende Maßnahmen zur Eindämmung des Rauchens notwendig. Es existieren evidenzbasierte verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen, um den Tabakkonsum in der Bevölkerung zu verhindern und den Rauchausstieg zu erhöhen. Auch die zahnärztliche Praxis kann zur Tabakprävention und Tabakentwöhnung beitragen und zum Beispiel in einer Kurzberatung über die Risiken des Rauchens für die Mundgesundheit sowie die Gesundheit im Allgemeinen informieren.

Risikofaktor - Zucker

Fluoride stehen systematisch für die tägliche Mundhygiene – verarbeitet in Zahnpasten und -gelen sowie Mundspülungen – zur Verfügung. Sie können quasi als Wundermittel gegen Karies angesehen werden und habe zweifelsohne zum Siegeszug der Karieseindämmung beigetragen.

Die Wirksamkeit ist so hoch, dass im mittleren Lebensalter in der Bevölkerung in Deutschland keine signifikanten Zusammenhänge zwischen niedermolekularer Kohlenhydrat(Zucker)-Aufnahme und der Karies aufgezeigt werden können.

In jüngeren und späteren Lebensphasen hingegen stellt sich weiterhin ein Zusammenhang ungünstiger Ernährung mit häufiger Zuckeraufnahme und der Karies dar.

Die Karieserfahrung bei älteren Kindern liegt dann fast dreimal höher und bei Senioren beträgt der Unterschied 3 Zähne.

Abstract

Einführung
Die Ernährungsgewohnheiten haben erhebliche Auswirkungen auf die Mundgesundheit, wobei der Konsum zuckerreicher Lebensmittel stark mit Karies in Verbindung gebracht wird. Allerdings müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden, um ihre schädlichen Effekte vollständig zu erfassen. Diese Zusammenhänge werden in drei Altersgruppen der DMS • 6-Studie untersucht.
Methode
Die Ernährungsgewohnheiten wurden mithilfe der Kurzform des Marburger Zuckerindex (MSI-S) erfasst, der sechs Fragen zu Häufigkeiten des Lebensmittelkonsums in verschiedenen Kontexten umfasst. Die Antworten geben Aufschluss über das Ausmaß des kariogenen Ernährungsverhaltens. Neben demografischen Faktoren (Geschlecht, Bildung, Migrationshintergrund) wurden klinische Variablen wie Karieserfahrung (DMFT-Index), Plaqueakkumulation (mMPI) und die Anzahl der verbleibenden Zähne berücksichtigt.
Ergebnisse
Es wurde in keiner der untersuchten Altersgruppen ein direkter Zusammenhang zwischen dem Ausmaß kariogener Ernährungsgewohnheiten (MSI-S-Gesamtwert) und klinischen Variablen festgestellt (n=870 jüngere Jugendliche [12-Jährige], n=853 jüngere Erwachsene [35- bis 44-Jährige] und n=730 jüngere Senioren [65- bis 74-Jährige]). Geschlecht und Bildung zeigten ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. Allerdings wiesen 12-Jährige mit Migrationshintergrund höhere MSI-S-Werte auf als jene ohne. Bei der Analyse der Extremgruppen (die oberen und unteren 10 % der MSI-S-Werte) zeigten sich systematische Unterschiede in der Karieserfahrung bei 12-Jährigen und jüngeren Senioren sowie in den Plaque-Werten bei jüngeren Senioren. Jüngere Erwachsene wiesen auch innerhalb der Extremgruppen keine signifikanten Unterschiede in den klinischen Variablen auf.

Diskussion
Die MSI-S-Werte zeigten, dass insbesondere stark kariogene Ernährungsgewohnheiten – im Vergleich zu weniger kariogenen (Extremgruppen) – mit einer erhöhten Karieserfahrung verbunden sind. Dies war besonders bei 12-Jährigen deutlich, aber auch bei jüngeren Senioren zu beobachten. Das Fehlen von Unterschieden bei Erwachsenen sowie das Ausbleiben signifikanter Zusammenhänge zwischen Ernährungsgewohnheiten und klinischen Variablen in den Gesamtgruppen deuten darauf hin, dass der Einfluss einer kariogenen Ernährung auf die Mundgesundheit durch weitere Faktoren, wie die Mundhygiene und die Inanspruchnahme zahnmedizinischer Versorgung, moderiert wird. Der Migrationshintergrund erwies sich bei 12-Jährigen als relevanter Einflussfaktor.
Schlussfolgerungen
Die schädlichen Auswirkungen kariogener Ernährungsgewohnheiten auf die Mundgesundheit sind besonders deutlich, wenn sie im Zusammenhang mit zusätzlichen Einflussfaktoren und unter Berücksichtigung bestimmter Zielgruppen analysiert werden. Die Förderung des Bewusstseins für eine zahngesunde Ernährung ist insbesondere für Kinder und Senioren von großer Bedeutung.

Risikofaktor - Diabetes

Diabetes gehört zu den wichtigen chronischen Erkrankungen und steht damit mit den chronischen Erkrankungen in der Zahnmedizin auf einer Stufe, da sie gemeinsame Risikofaktoren aufweisen.

Die wechselseitigen Bedingungen zeigen sich entsprechend deutlich im Mundgesundheitsprofil von Menschen mit Typ- 2-Diabetes. Sie haben häufiger schwere parodontale Verläufe und mehr Wurzelkaries, mehr fehlende Zähne und weniger funktionstüchtige Zähne.

Der Anteil zahnloser Menschen ist bei Typ- 2-Diabetes viermal so hoch.

Außerdem zeigt sich, dass diese Menschen häufiger beschwerdeorientiert die zahnärztliche Praxis aufsuchen als die Mehrheit in dieser Altersgruppe. Ein kontrollorientiertes Inanspruchnahmeverhalten zahnärztlicher Dienstleistungen ist jedoch eine wichtige präventive Maßnahme.






Publikation

Publikation

14.04.2026

Dieser Beitrag untersucht den Zusammenhang zwischen Typ-2-Diabetes und Parodontitis, Karies sowie Zahnverlust bei Studienteilnehmenden der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6). Die Ergebnisse zeigen, dass ein schlecht eingestellter T2D mit einer schlechteren parodontalen Gesundheit und mehr Zahnverlusten einhergeht.

Abstract

Einführung

Ziel dieser Studie war es, querschnittliche Zusammenhänge zwischen Typ-2-Diabetes (T2D) und Parodontitis, Karies sowie Zahnverlust bei Studienteilnehmenden der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) zu untersuchen. Berücksichtigt wurden dabei die glykämische Kontrolle, die Zeit seit der T2D-Diagnose und das Vorliegen mikrovaskulärer Komplikationen.

Methode

Es wurden Querschnittsdaten aus dem querschnittlichen und längsschnittlichen Arm der DMS • 6 zusammengefasst. Eingeschlossen wurden Teilnehmende, die Fragebögen zu ihrem oralen und allgemeinen Gesundheitsverhalten ausgefüllt hatten. Angaben zur selbsteingeschätzten Mundgesundheit wurden mittels Interviews erhoben. T2D wurde als ärztlich diagnostizierter, selbstberichteter Diabetes definiert. Die Teilnehmenden wurden nach der aktuellen Diabetesbehandlung, dem zuletzt bestimmten glykierten Hämoglobinwerts (HbA1c), der Zeit seit T2D-Diagnose sowie dem Vorliegen mikrovaskulärer Komplikationen kategorisiert. Die Sondierungstiefe (ST), das klinische Attachmentlevel (CAL) sowie das Vorliegen von koronaler und Wurzelkaries wurden an allen Zähnen mit Ausnahme der dritten Molaren erfasst; zudem wurde die Anzahl fehlender Zähne dokumentiert.

Ergebnisse

Die Prävalenz von T2D betrug 9,0 %. Eine schwere Parodontitis lag bei 16,0 % der Personen mit T2D und bei 5,6 % der Personen ohne T2D vor. Studienteilnehmende mit T2D waren häufiger zahnlos, wiesen mehr fehlende Zähne sowie eine höhere Prävalenz von koronaler und Wurzelkaries auf und zeigten ein ungünstigeres Mundhygieneverhalten. Sowohl die mittlere ST als auch das mittlere CAL waren bei Personen mit T2D höher als bei Personen ohne T2D. Im Vergleich zu Teilnehmenden ohne T2D war die Wahrscheinlichkeit für einen schlechteren parodontalen Status bei Personen mit T2D um den Faktor 1,89 erhöht. Innerhalb der Gruppe mit T2D zeigten HbA1c-Werte > 7 % stärkere Zusammenhänge mit parodontalen Parametern als HbA1c-Werte ≤ 7 %. Zudem wiesen Personen mit schlecht eingestelltem T2D eine höhere Prävalenz von Wurzelkaries auf als Personen ohne T2D. Dagegen zeigten sich keine signifikanten Zusammenhänge mit der Anzahl kariöser, fehlender und restaurierter Zähne (DMFT), dem Anteil kariöser und restaurierter Zähne oder der selbst eingeschätzten Mundgesundheit. Die Effektstärken für alle Zielgrößen unterschieden sich zudem nicht signifikant in Abhängigkeit von der Zeit seit der T2D-Diagnose.

Diskussion

Die Ergebnisse zeigen, dass ein schlecht eingestellter T2D mit einer schlechteren parodontalen Gesundheit und mehr Zahnverlusten einhergeht. Die Befunde unterstreichen die Bedeutung einer guten Stoffwechselkontrolle und interdisziplinärer Prävention.

Schlussfolgerungen

Künftige Studien sollten die Früherkennung nicht diagnostizierter Diabetesfälle durch zahnmedizinisches Fachpersonal sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachdisziplinen in den Fokus rücken.

Risikofaktor - Kardiovaskuläre Erkrankungen

Gut ein Viertel der jüngeren Seniorinnen und Senioren in der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie weisen kardiovaskuläre Erkrankungen auf. Damit assoziiert sind Einschränkungen bei der Mundgesundheit.

Die Zusammenhänge mit parodontalen Erkrankungen sind bekannt. Die dms · 6 zeigt außerdem, dass Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen häufiger zahnlos sind und den Bezahnten etwa zwei Zähne mehr fehlen als Seniorinnen und Senioren ohne kardiovaskuläre Erkrankungen.

Die bedeutet gleichzeitig, dass sie zwei weniger funktionstüchtige Zähne aufweisen.

Die zahnmedizinische Prävention muss Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen frühzeitig ins Blickfeld nehmen, um diesen gesundheitlichen Ungleichheiten begegnen zu können.






Publikation

Publikation

Der Artikel zeigt auf der Basis einer bevölkerungsrepräsentativen oralepidemiologischen Studie, dass das Mundgesundheitsprofil von Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen eingeschränkt ist, und stellt dafür wichtige epidemiologische Kennziffern für Wissenschaft und Praxis zur Verfügung.

Abstract

Einführung
Epidemiologische Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen zahnmedizinischen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin, was in der Versorgung noch zu wenig beachtet wird. Zielsetzung war ein Vergleich der Prävalenz der wichtigsten zahnmedizinischen Erkrankungen bei Menschen mit und ohne kardiovaskuläre Erkrankung in der Altersgruppe jüngerer Seniorinnen und Senioren (65- bis 74-Jährige).
Methode
In der bevölkerungsrepräsentativen Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) wurden Karies, Parodontitis und Zahnverluste standardisiert erfasst. Die Altersgruppe 65- bis 74-jähriger Studienteilnehmenden wurde nach dem Vorhandensein kardiovaskulärer Erkrankungen (Selbstangaben) stratifiziert und vergleichend deskriptiv analysiert.
Ergebnisse
Teilnehmende mit kardiovaskulären Erkrankungen wiesen einen im Mittel um 2,1 Zähne geringeren Zahnbestand auf, waren häufiger zahnlos und wiesen häufiger eine schwere Parodontalerkrankung (Stadium IV) auf. Untersuchte ohne kardiovaskuläre Erkrankungen hatten im Vergleich durchschnittlich mehr Füllungen (+1,7 Zähne).

Diskussion
Die Hintergründe, die zu vermehrtem Zahnverlust – vornehmlich kariöse oder parodontologische Gründe – geführt haben, lassen sich durch die vorliegenden Daten nicht aufklären.
Schlussfolgerungen
Jüngere Seniorinnen/Senioren mit kardiovaskulären Erkrankungen wiesen in der vorliegenden Studie häufiger Zahnverluste auf, mit entsprechenden Einschränkungen der Funktionalität des oralen Systems.

Ergebnisse

Bei 47,4 % der jüngeren Seniorinnen und Senioren mit Pflegebedarf war die Therapiefähigkeit und bei 18,5 % die Mundhygienefähigkeit stark reduziert.

In der jüngeren Seniorengruppe (65- bis 74-Jährige) hat sich die Zahnlosigkeit mit 5,0 % gegenüber der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) (12,4 %, 2014) mehr als halbiert.

Die mittlere Anzahl fehlender Zähne (8,6) hat sich weiter verringert im Vergleich zur DMS IV (14,1) und DMS V (11,1). Der Filled-Sound (FST)-Index mit 18,8 Zähnen ist im Vergleich zu den vorherigen Studien (DMS IV: 13,6; DMS V: 16,4) gestiegen.

Die Prävalenz der Wurzelkaries mit 59,1 % stieg im Vergleich zur DMS IV (28,0 %). Die Karieserfahrung (DMFT 17,6) hat sich zur DMS V (17,7) kaum verändert.

49,4 % der 65- bis 74-Jährigen hatten eine moderate Parodontitis und 30,4 % eine schwere Parodontitis.

Publikation

Publikation

17.03.2025

Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt zu. Die Prävalenz von Zahnverlust und Zahnlosigkeit geht zurück, verlagert sich jedoch ins höhere Alter.

Abstract

Einführung
Die Mundgesundheit spielt eine zentrale Rolle für das allgemeine Wohlbefinden, auch bei Menschen im fortgeschrittenen Alter. Der demografische Wandel mit seinen Auswirkungen führt zu einem höheren Anteil älterer Menschen ohne und mit Pflegebedarf. Der vorliegende Beitrag gibt eine Übersicht über die zahnmedizinische Situation älterer Menschen aus der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6).
Methode
Die DMS • 6 ist eine bevölkerungsrepräsentative oralepidemiologische Studie zur Erfassung der Mundgesundheit in Deutschland. Daten von 797 jüngeren Seniorinnen und Senioren im Alter von 65 bis 74 Jahren wurden von kalibrierten Untersuchenden erhoben. Die Methodik entspricht weitgehend den Vorläuferstudien.
Ergebnisse
In der jüngeren Seniorengruppe (65- bis 74-Jährige) hat sich die Zahnlosigkeit mit 5,0 % gegenüber der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) (12,4 %, 2014) mehr als halbiert. Die mittlere Anzahl fehlender Zähne (8,6) hat sich weiter verringert im Vergleich zur DMS IV (14,1) und DMS V (11,1). Der Filled-Sound (FST)-Index mit 18,8 Zähnen ist im Vergleich zu den vorherigen Studien (DMS IV: 13,6; DMS V: 16,4) gestiegen. Die Prävalenz der Wurzelkaries mit 59,12,6 % stieg im Vergleich DMS IV (28,0 %). Die Karieserfahrung (DMFT 17,6) hingegen hat sich zur DMS V (17,7) kaum verändert. Jede/-r zweite 65- bis 74-Jährige hatte eine moderate Parodontitis (49,4 %) und fast jede/-r Dritte (30,4 %) eine schwere Parodontitis. Bei fast jeder/jedem zweiten der jüngeren Seniorinnen und Senioren mit Pflegebedarf (47,4 %) war die Therapiefähigkeit und bei jeder/jedem fünften (18,5 %) die Mundhygienefähigkeit stark reduziert.

Diskussion
Es bleiben mehr Zähne bis ins hohe Lebensalter erhalten, daher liegen die Herausforderungen bei der zahnmedizinischen Therapie u. a. bei der Behandlung von Parodontalerkrankungen, Wurzelkaries und beim abnehmbaren Zahnersatz, der auch im hohen Alter von Patientinnen/Patienten und dem unterstützenden Umfeld ein- und ausgliederbar sein muss. Ein möglichst chancengleicher und barrierearmer Zugang zu den zahnmedizinischen Behandlungen ist für alle Seniorinnen und Senioren, insbesondere bei den Menschen mit Gebrechlichkeit und Pflegebedarf, sicherzustellen. Modelle zur mobilen Zahnmedizin sollten zur Versorgung der älteren Menschen weiter implementiert werden.
Schlussfolgerungen
Die Prävalenz von Zahnverlust und Zahnlosigkeit bei jüngeren Seniorinnen und Senioren in Deutschland nimmt weiter ab. Aufgrund der weiteren Morbiditätskompression liegen die Herausforderungen der zukünftigen präventivzahnmedizinischen Therapie hierbei jüngere Seniorinnen und Senioren zahnmedizinisch auf ein höheres Seniorenalter vorzubereiten

Ergebnisse

Der Anteil der Teilnehmenden, die Pflege benötigten, stieg, und die kontroll-orientierte Inanspruchnahme zahnärztlicher Dienstleistungen nahm ab.

Zur Zeit der Baseline-Erhebung (2014) waren die Teilnehmenden in der Kohorte der Seniorinnen und Senioren 69,4 ± 2,9 Jahre alt. Beim 9-Jahres-Follow-up hatte diese Gruppe ein mittleres Alter von 78,3 ± 3,0 Jahren.

Von der Baseline- bis zur Follow-up-Untersuchung stieg die durchschnittliche Anzahl fehlender Zähne (ohne dritte Molaren) und die Inzidenz der Zahnlosigkeit. Darüber hinaus nahm sowohl die Anzahl der ersetzten als auch der nicht ersetzten fehlenden Zähne zu, ebenso stieg die durchschnittliche Anzahl der fehlenden Zähne, die durch herausnehmbare Prothesen ersetzt wurden.

Die Kariesinzidenz nahm leicht zu, und die parodontale Gesundheit verschlechterte sich.

Die Anzahl der Zähne mit Sondierungstiefe ≥ 4 mm nahm zu, während die Anzahl der Zähne mit einer Sondierungstiefe ≥ 6 mm unverändert blieb.

Publikation

Publikation

14.04.2026

Dieser Beitrag beschreibt individuelle Veränderungen der Mundgesundheit bei Seniorinnen und Senioren und zeigt nachhaltige Erfolge präventiver Maßnahmen mit weniger Zahnverlust und Zahnlosigkeit im Alter.

Abstract

Einführung

Die Mundgesundheit spielt eine zentrale Rolle für das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit. Dies gilt vor allem für ältere Menschen, die oft durch Multimorbidität und Polypharmazie stärker belastet sowie teilweise auch von Pflegebedarf betroffen sind. Die Deutschen Mundgesundheitsstudien (DMS) sind bevölkerungsrepräsentative oralepidemiologische Studien zur Erfassung der Mundgesundheit in Deutschland. Auf Basis längsschnittlicher Daten der DMS • 6 zeigt dieser Artikel Prävalenzen sowie Inzidenzen und Progressionen oraler Erkrankungen bei Seniorinnen und Senioren.

Methode

Die Längsschnittanalysen basierten auf Daten von insgesamt 373 Seniorinnen und Senioren der DMS • 6-Kohorte. Diese hatten bereits im Jahr 2014 als 65- bis 74-Jährige an der DMS V teilgenommen (Baseline) und wurden im Jahr 2023 als 73- bis 82-Jährige erneut untersucht (Follow-up). Neben einigen soziodemographischen Variablen wurden im Rahmen sozialwissenschaftlicher Interviews bzw. zahnmedizinisch-klinischen Untersuchungen Variablen zu Pflegebedarf, Grad der Behinderung, Morbidität, Funktioneller Kapazität und oralen Erkrankungen erhoben.

Ergebnisse

Zur Zeit der Baseline-Erhebung (2014) waren die Teilnehmenden in der Kohorte der Seniorinnen und Senioren 69,4 ± 2,9 Jahre alt. Beim 9-Jahres-Follow-up hatte diese Gruppe ein mittleres Alter von 78,3 ± 3,0 Jahren. Von der Baseline- bis zur Follow-up-Untersuchung stieg die durchschnittliche Anzahl fehlender Zähne (ohne dritte Molaren) und die Inzidenz der Zahnlosigkeit. Darüber hinaus nahm sowohl die Anzahl der ersetzten als auch der nicht ersetzten fehlenden Zähne zu, ebenso stieg die durchschnittliche Anzahl der fehlenden Zähne, die durch herausnehmbare Prothesen ersetzt wurden. Die Kariesinzidenz nahm leicht zu, und die parodontale Gesundheit verschlechterte sich. Die Anzahl der Zähne mit Sondierungstiefe ≥ 4 mm nahm zu, während die Anzahl der Zähne mit einer Sondierungstiefe ≥ 6 mm unverändert blieb. Der Anteil der Teilnehmenden, die Pflege benötigten, stieg, und die kontroll-orientierte Inanspruchnahme zahnärztlicher Dienstleistungen nahm ab.

Diskussion

Innerhalb eines etwa 9-jährigen Beobachtungszeitraums haben Seniorinnen und Senioren durchschnittlich nahezu zwei Zähne verloren. Es bleiben viele Zähne bis ins hohe Lebensalter erhalten.

Schlussfolgerungen

Die Herausforderungen von Menschen im höheren Lebensalter sind nicht auf eine zahnärztliche Therapie begrenzt, sondern sie werden durch eine lebenslang wirkende zahnmedizinische Betreuung ergänzt. Präventivzahnmedizinische Anforderungen im krankheitsbedingten Transitionsprozess bei Seniorinnen und Senioren umzusetzen ist für die Zahnärzteschaft herausfordernd, da eine gute Mundgesundheit trotz Gebrechlichkeit und Pflegebedarf teilweise auch außerhalb der zahnärztlichen Praxis zu organisieren und sicherzustellen ist.

Zahnbehandlungsangst

Die Verbreitung der Zahnbehandlungsangst wurde im Rahmen der Deutschen Mundgesundheitsstudie erstmalig systematisch erfasst. Hierzu wurde die sogenannte modifizierte Dental Anxiety Scale verwendet.

Der Großteil der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland (etwa drei Viertel) wies keine Anzeichen von Zahnbehandlungsangst auf und bei weiteren 16 Prozent war diese Form der Angst moderat ausgeprägt. Etwa 9 Prozent gaben schwere Formen der Angst an bis hin zur Phobie.

Dann ist mit einem entsprechenden Vermeidungsverhalten zu rechnen, das sich epidemiologisch in einem geringeren Versorgungsgrad und einem eingeschränkten Mundgesundheitsprofil bei der Karies, bei Parodontitis und der Anzahl verloren gegangener Zähne zeigt.






Publikation

Publikation

14.04.2026

Dieser Beitrag untersucht die Prävalenz epidemiologisch relevanter oraler Erkrankungen in Abhängigkeit vom Schweregrad der Zahnbehandlungsangst. Die Ergebnisse zeigen, dass die Prävalenz von Karies, Parodontitis und Zahnverlust bereits bei moderater Zahnbehandlungsangst zunimmt und bei schwerer Zahnbehandlungsangst bzw. Phobie am höchsten ist.

Abstract

Einführung

Zahnbehandlungsangst ist die fünfthäufigste Form von Angst und führt zu Vermeidungsverhalten, das die Mundgesundheit und die gesundheitsbezogene Lebensqualität beeinträchtigt. Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz epidemiologisch relevanter oraler Erkrankungen, einschließlich Karies, Parodontitis und Zahnverlust, in Abhängigkeit vom Schweregrad der Zahnbehandlungsangst zu untersuchen.

Methode

Die Stichprobe bestand aus Teilnehmenden der bevölkerungsrepräsentativen 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6). Für die Analysen wurden jüngeren Erwachsene (35- bis 44-Jährige) und jüngeren Seniorinnen und Senioren (65- bis 74-Jährige) ausgewählt, für die selbstberichtete Angaben zur Zahnbehandlungsangst vorlagen. Diese wurde mittels des Modified Dental Anxiety Score (MDAS) in Interviews erhoben. Die Teilnehmenden wurden ihrem Angstniveau entsprechend in drei Gruppen eingeteilt (keine bzw. geringe Angst / moderate Angst / schwere Angst bzw. Phobie) und hinsichtlich der Prävalenz oraler Erkrankungen verglichen.

Ergebnisse

Unter den jüngeren Erwachsenen bzw. den jüngeren Seniorinnen und Senioren lag bei 26,4 % bzw. 22,8 % eine Zahnbehandlungsangst vor. In diesen Altersgruppen gaben 9,5 % bzw. 7,6 % eine schwere Zahnbehandlungsangst oder Phobie an; die Prävalenz war in beiden Altersgruppen bei Frauen höher. Obwohl sich die Anzahl kariöser, fehlender und restaurierter Zähne (DMFT) insgesamt nicht signifikant nach Ausprägung der Zahnbehandlungsangst unterschied, nahmen die Anzahl unbehandelter kariöser Läsionen und die Anzahl fehlender Zähne mit steigender Angst zu. Bei den jüngeren Seniorinnen und Senioren gingen die Anzahl restaurierter oder primär gesunder Zähne (FST) mit zunehmendem Schweregrad der Zahnbehandlungsangst zurück. Außerdem stiegen der parodontale Behandlungsbedarf und die Prävalenz fortgeschrittener Parodontitis (Stadium III und IV) mit höherem Angstniveau an. Die Anzahl fehlender und nicht ersetzter Zähne erhöhte sich zudem signifikant mit zunehmender Zahnbehandlungsangst, während sich die Zahnlosigkeit zwischen den Angstgruppen nicht signifikant unterschied.

Diskussion

Die Ergebnisse zeigen, dass Zahnbehandlungsangst mit einer ungünstigeren Mundgesundheit, insbesondere mehr unbehandelter Karies, höherem parodontalen Behandlungsbedarf und mehr fehlenden Zähnen, assoziiert ist. Diese Befunde sind konsistent mit früheren Studien und lassen sich plausibel durch angstbedingtes Vermeidungsverhalten erklären. Unterschiede zu früheren Prävalenzschätzungen könnten auf methodische Variationen und Kohorteneffekte zurückzuführen sein. Aufgrund des Querschnittsdesigns sind keine kausalen Schlussfolgerungen möglich.

Schlussfolgerungen

Die Prävalenz von Karies, Parodontitis und Zahnverlust nimmt bereits bei moderater Zahnbehandlungsangst zu und ist bei schwerer Zahnbehandlungsangst bzw. Phobie am höchsten.

Publiaktion

Publiaktion

14.04.2026

Dieser Beitrag zielt darauf ab, den aktuellen zahnmedizinischen Versorgungsbedarf im System der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland zu beziffern. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Versorgungsbedarf zunehmend von jüngeren Erwachsenen hin zu älteren, bezahnten Bevölkerungsgruppen verlagert. Die Erkenntnisse liefern eine Grundlage für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der zahnmedizinischen Versorgung

Abstract

Einführung

Das Verständnis des Versorgungsbedarfs auf Bevölkerungsebene ist von zentraler Bedeutung für die Planung und Optimierung der zahnmedizinischen Versorgung. Aufbauend auf einem zuvor validierten Modell zielte die vorliegende Studie darauf ab, den aktuellen zahnmedizinischen Versorgungsbedarf im System der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland anhand aktualisierter epidemiologischer Daten der Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS) zu beziffern.

Methode

Es wurden Sekundäranalysen von Daten der DMS III, IV, V und DMS • 6 durchgeführt. Die Analysen konzentrierten sich auf restaurative, prothetische und parodontale Leistungen sowie deren Subkomponenten, stratifiziert nach Altersgruppen: jüngere Erwachsene (35- bis 44-Jährige) und jüngere Seniorinnen und Senioren (65- bis 74-Jährige). Der Versorgungsbedarf wurde aus Morbiditätsindikatoren wie kariösen, restaurierten und fehlenden Zähnen, Wurzelkaries und gefüllten Wurzelflächen sowie parodontal kompromittierten Zähnen abgeleitet. Diese Indikatoren wurden mit Bevölkerungsdaten verknüpft und für Inanspruchnahmemuster sowie die Abdeckung durch die gesetzliche Krankenversicherung adjustiert. Daraus ergab sich sich die erwartete Anzahl an Leistungseinheiten und Arbeitsstunden.

Ergebnisse

Zwischen DMS III und DMS • 6 blieb der jährliche Gesamtbedarf an zahnmedizinischen Leistungen weitgehend stabil (ca. 44 Millionen Leistungseinheiten), verlagerte sich jedoch deutlich zwischen den Altersgruppen. Bei jüngeren Erwachsenen sank die Anzahl der Leistungseinheiten um 40 %, ebenso wie der erwartete klinische Arbeitsaufwand zur Deckung des Versorgungsbedarfs. Demgegenüber verdoppelte sich bei den jüngeren Seniorinnen und Senioren der Bedarf an zahnmedizinischen Leistungen (von 12,3 auf 24,8 Millionen Leistungseinheiten), und der erwartete Arbeitsaufwand in Stunden nahm signifikant zu. Bei den jüngeren Erwachsenen wurden Rückgänge bei restaurativen und prothetischen Leistungen beobachtet, während bei den jüngeren Seniorinnen und Senioren eine Zunahme festsitzender prothetischer Versorgungen sowie parodontaler Leistungen zu verzeichnen war. Der behandlungsbezogene Zeitaufwand im Zusammenhang mit Wurzelkaries nahm deutlich zu. Der Bedarf an Totalprothesen ging hingegen stark zurück.

Diskussion

Die Ergebnisse bestätigt die Verlagerung des zahnmedizinischen Versorgungsbedarfs in Deutschland von jüngeren Erwachsenen hin zu älteren, bezahnten Bevölkerungsgruppen. Während der restaurative Behandlungsbedarf bei jüngeren Erwachsenen weiter zurückging, nahm der Bedarf an prothetischen und parodontalen Leistungen bei älteren Personen zu.

Schlussfolgerungen

Die Erkenntnisse dieser Studie liefern eine Grundlage für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der zahnmedizinischen Versorgung. Sie unterstreichen die wachsende Bedeutung einer an den demografischen Wandel angepassten Versorgungsplanung, Finanzierung sowie gezielter Aus- und Weiterbildungsangebote

Ergebnisse

Die Prävalenz von Catastrophic Dental Expenditure (CDE) betrug in Deutschland bei den 12-Jährigen 0,4 % (95 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,1–1,8 %), bei den 35- bis 44-Jährigen 0,7 % (95 %-KI: 0,2–1,9 %) und bei den 65- bis 74-Jährigen 0,4 % (95 %-KI: 0,2–1,2 %).

Von den unabhängigen Variablen waren nur der SES und das Alter signifikant mit CDE assoziiert (p < 0,05).

Das Risiko von CDE war in der Gruppe mit niedrigem SES höher als in den Gruppen mit mittlerem und hohem SES; zudem war es bei älteren Personen erhöht.

Publikation

Publikation

14.04.2026

Dieser Beitrag untersucht die Prävalenz und die Determinanten katastrophaler Ausgaben für zahnmedizinische Versorgung (catastrophic dental expenditures, CDE) in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen, dass CDE in Deutschland zwar selten sind, jedoch insbesondere Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status und ältere Menschen betreffen.

Abstract

Einführung

Obwohl Gesundheitsleistungen grundsätzlich zugänglich sein sollten, darf ihre Inanspruchnahme keine Ausgaben verursachen, die Einzelpersonen und Familien finanziell gefährden. Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz und Determinanten katastrophaler Ausgaben für zahnmedizinische Versorgung (catastrophic dental expenditures, CDE) bei 12-Jährigen, 35- bis 44-Jährigen und 65- bis 74-Jährigen in Deutschland zu untersuchen.

Methode

Unter Verwendung von Daten zu zahnmedizinischen Ausgaben aus der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) sowie Angaben des Statistischen Bundesamts zu den jährlichen Haushaltsausgaben für die Lebenshaltung wurden Ausmaß und Determinanten von CDE untersucht. CDE wurde definiert als Selbstzahlungen für zahnärztliche oder kieferorthopädische Leistungen, die innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr mehr als 40 % der äquivalenten Zahlungsfähigkeit einer Person überschreiten. Es wurden deskriptive Analysen soziodemografischer Variablen stratifiziert nach CDE durchgeführt. Mittels Regressionsanalysen wurden zudem die Zusammenhänge von Alter, Geschlecht, Versicherungsart, geografischer Region, sozioökonomischem Status (SES) und Komorbiditäten mit CDE untersucht.

Ergebnisse

Die Prävalenz von CDE betrug in Deutschland bei den 12-Jährigen 0,4 % (95 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,1–1,8 %), bei den 35- bis 44-Jährigen 0,7 % (95 %-KI: 0,2–1,9 %) und bei den 65- bis 74-Jährigen 0,4 % (95 %-KI: 0,2–1,2 %). Von den unabhängigen Variablen waren nur der SES und das Alter signifikant mit CDE assoziiert (p < 0,05). Das Risiko von CDE war in der Gruppe mit niedrigem SES höher als in den Gruppen mit mittlerem und hohem SES; zudem war es bei älteren Personen erhöht.

Diskussion

CDE sind in Deutschland insgesamt selten, konzentrieren sich jedoch stärker auf Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status und auf ältere Menschen. Die Befunde deuten darauf hin, dass Selbstzahlungen für zahnmedizinische Leistungen trotz hoher Versorgungsabdeckung eine relevante finanzielle Belastung darstellen können. Methodische Unterschiede bei der Messung katastrophaler Ausgaben sollten bei der Interpretation berücksichtigt werden.

Schlussfolgerungen

In allen Altersgruppen war die Prävalenz von CDE bei den 35- bis 44-Jährigen am höchsten. Die Ergebnisse dieser Studie sollten mit Bedacht interpretiert werden, um die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen und mögliche gesundheitspolitische Empfehlungen abzuleiten.

Wer sind die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats?

Parodontologie

  • Prof. Dr. Peter Eickholz
  • Prof. Dr. Thomas Kocher

Kariologie & andere Zahnhartsubstanzveränderungen

  • Prof. Dr. Katrin Bekes
  • Prof. Dr. Hendrik Meyer-Lückel
  • Prof. Dr. Ulrich Schiffner

Zahnärztliche Prothetik & Seniorenzahnmedizin

  • Prof. Dr. Bernd Wöstmann
  • Prof. Dr. Ina Nitschke
  • Dr. Stefanie Samietz
  • Prof. Dr. Helmut Stark

Implantologie

  • Prof. Dr. Frank Schwarz

Prävention

  • Prof. Dr. Stefan Zimmer

Mundhygiene

  • Prof. Dr. Renate Deinzer

Migration

  • Prof. Dr. Ghazal Aarabi, M.Sc.
  • Prof. Dr. Liane Schenk

Zuckerkonsum

  • Dr. Jutta Margraf-Stiksrud

Orale Medizin

  • Prof. Dr. Katrin Hertrampf

Rauchen

  • Dr. Laura Krause

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Prof. Dr. Wolfgang Rathmann

Gesundheitsökonomie

  • Prof. Dr. Stefan Listl

Medizinische Geografie

  • Dr. Joachim Krois

Versorgungsforschung

  • Prof. Dr. Falk Schwendicke
Prof. Dr. A. Rainer Jordan
Studienleitung
Institut der Deutschen Zahnärzte
Dr. Kathrin Kuhr
stellvertretende Studienleitung
Institut der Deutschen Zahnärzte
Cristiana Ohm
Projektmanagerin
Institut der Deutschen Zahnärzte
PD. Dr. Birte Holtfreter
Statistische Beratung
Universitätsmedizin Greifswald
Prof. Dr. Thomas Kocher
Parodontologie
Universitätsmedizin Greifswald
Prof. Dr. Peter Eickholz
Parodontologie
Johann Wolfgang Goethe Universität, Frankfurt
Dr. Nicolas Frenzel Baudisch
Sozialwissenschaften
Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH
Prof. Dr. Ghazal Aarabi
Migration
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Dr. Laura Krause
Rauchen
Robert Koch-Institut
Dr. Joachim Krois
Medizinische Geografie
Universitätsmedizin Charité
Prof. Dr. Hendrik Meyer-Lueckel
Kariologie & Andere Zahnhartsubstanzveränderungen
Universität Bern
Prof. Dr. Katrin Bekes
Kariologie & Andere Zahnhartsubstanzveränderungen
Universitätszahnklinik Wien
Prof. Dr. Renate Deinzer
Mundhygiene
Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Katrin Hertrampf
Orale Medizin
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Dr. Jutta Margraf-Stiksrud
Zuckerkonsum
Philipps Universität Marburg
Prof. Dr. Ina Nitschke
Zahnärtzliche Prothetik & Seniorenzahnmedizin
Leipzig Universität
Priv-Doz Dr. Stefanie Samietz
Zahnärtzliche Prothetik & Seniorenzahnmedizin
Universitätsmedizin Greifswald
Prof. Dr. Ulrich Schiffner
Kariologie & Andere Zahnhartsubstanzveränderungen
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Prof. Dr. Bernd Wöstmann
Zahnärtzliche Prothetik & Seniorenzahnmedizin
Justus-Liebig Universität Gießen
Dr. Eva-Maria Brockmidding
Sozialwissenschaften
Prof. Dr. Stefan Zimmer
Prävention
Universität Witten/Herdecke
PD. Dr. Michael Wicht
Inanspruchnahmeverhalten
Uniklinik Köln
PD. Dr. Sonja Derman
Zahnbehandlungsangst
Uniklinik Köln
Prof. Dr. Dr. Stefan Listl
Gesundheitsökonomie
Universität Heidelberg
Prof. Dr. Falk Schwendicke
Versorgungsforschung
Universitätsklinikum München
Prof. Dr. Frank Schwarz
Implantologie
Johann Wolfgang Goethe Universität, Frankfurt

Pressematerial

Themen

Pressestatement und Pressemitteilung

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Kontakt

Wissenschaftlicher Direktor / Studienleitung

Prof. Dr. A. Rainer Jordan
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln

Projektmanagement

Cristiana Ohm
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln
📧 dms6@idz.institute

Technischer Support

Dominic Sasunna
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln
📧 d.sasunna@idz.institute

Impressum

Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ)

in Trägerschaft von Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Körperschaft des öffentlichen Rechts (KZBV), vertreten durch den Vorstand und Bundeszahnärztekammer – Arbeitsgemeinschaft der deutschen Zahnärztekammern e. V. (BZÄK), vertreten durch den Präsidenten und die beiden Vizepräsidenten
Anschrift
Universitätsstr. 73
50931 Köln
Tel.: +49 221 4001-142
Fax: +49 221 4001-152
📧 idz.institute
Vertretungsberechtigung
Das IDZ ist eine gemeinsame Einrichtung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und ist ein organisatorisch verselbstständigter Bestandteil der BZÄK und der KZBV. Es besitzt keine eigene Rechtsfähigkeit. Das IDZ wird außergerichtlich durch den Vorsitzenden und den Stellvertretenden Vorsitzenden des Gemeinsamen Vorstandsausschusses vertreten. Der Gemeinsame Vorstandsausschuss besteht aus den Mitgliedern des Präsidiums der BZÄK und des Vorstandes der KZBV. Die Ämter des Vorsitzenden und des Stellvertretenden Vorsitzenden des Gemeinsamen Vorstandsausschusses werden vom Präsidenten der BZÄK und vom Vorsitzenden des Vorstandes der KZBV im jährlichen Wechsel wahrgenommen.

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gem. § 27 a Umsatzsteuergesetz: keine
Urheberrechte
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Gewerbliche Schutzrechte
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Konzeption | Design | Technische Umsetzung

Dominic Sasunna
Institut der Deutschen Zahnärzte
Universitätsstraße 73, 50931 Köln

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10969 Berlin
Internet: www.dpa.com

Datenschutz

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9.1 Das geltende Datenschutzrecht gewährt Ihnen gegenüber dem Verantwortlichen hinsichtlich der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten die nachstehenden Betroffenenrechte (Auskunfts- und Interventionsrechte), wobei für die jeweiligen Ausübungsvoraussetzungen auf die angeführte Rechtsgrundlage verwiesen wird:

  • Auskunftsrecht gemäß Art. 15 DSGVO;
  • Recht auf Berichtigung gemäß Art. 16 DSGVO;
  • Recht auf Löschung gemäß Art. 17 DSGVO;
  • Recht auf Einschränkung der Verarbeitung gemäß Art. 18 DSGVO;
  • Recht auf Unterrichtung gemäß Art. 19 DSGVO;
  • Recht auf Datenübertragbarkeit gemäß Art. 20 DSGVO;
  • Recht auf Widerruf erteilter Einwilligungen gemäß Art. 7 Abs. 3 DSGVO;
  • Recht auf Beschwerde gemäß Art. 77 DSGVO.
9.2 Widerspruchsrecht
Wenn wir im Rahmen einer Interessenabwägung Ihre Personenbezogenen Daten aufgrund unseres überwiegenden berechtigten Interessen verarbeiten, haben Sie das jederzeitige Recht, aus Gründen, die sich aus Ihrer besonderen Situation ergeben, gegen diese Verarbeitung Widerspruch mit Wirkung für die Zukunft einzulegen. Machen Sie von Ihrem Widerspruchsrecht gebraucht, beenden wir die Verarbeitung der betroffenen Daten. Eine Weiterverarbeitung bleibt aber vorbehalten, wenn wir zwingende schutzwürdige Gründe für die Verarbeitung nachweisen können, die Ihre Interessen, Grundrecht und Grundfreiheiten überwiegen, oder wenn die Verarbeitung der Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen dient. Werden Ihre personenbezogenen Daten von uns verarbeitet, um die Direktwerbung zu betreiben, haben Sie das Recht, jederzeit Widerspruch gegen die Verarbeitung Sie betreffender personenbezogener Daten zum Zweck derartiger Werbung einzulegen. Sie können den Widerspruch wie oben beschrieben ausüben. Machen Sie von Ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch, beenden wir die Verarbeitung der betroffenen Daten zu Direktwerbezwecken.

Die Dauer der Speicherung von personenbezogenen Daten bemisst sich anhand der jeweiligen Rechtsgrundlage, am Verarbeitungszweck und – sofern einschlägig – zusätzlich anhand der jeweiligen gesetzlichen Aufbewahrungsfrist (z.B. handels- und steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen). Bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten auf Grundlage einer ausdrücklichen Einwilligung gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO werden diese Daten so lange gespeichert, bis der Betroffene seine Einwilligung widerruft.
Existieren gesetzliche Aufbewahrungsfristen für Daten, die im Rahmen rechtsgeschäftlicher bzw. rechtsgeschäftsähnlicher Verpflichtungen auf der Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO verarbeitet werden, werden diese Daten nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen routinemäßig gelöscht, sofern sie nicht mehr zur Vertragserfüllung oder Vertragsanbahnung erforderlich sind und/oder unsererseits kein berechtigtes Interesse an der Weiterspeicherung fortbesteht. Bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO werden diese Daten so lange gespeichert, bis der Betroffene sein Widerspruchsrecht nach Art. 21 Abs. 1 DSGVO ausübt, es sei denn, wir können zwingende schutzwürdige Gründe für die Verarbeitung nachweisen, die die Interessen, Rechte und Freiheiten der betroffenen Person überwiegen, oder die Verarbeitung dient der Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen. Bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten zum Zwecke der Direktwerbung auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO werden diese Daten so lange gespeichert, bis der Betroffene sein Widerspruchsrecht nach Art. 21 Abs. 2 DSGVO ausübt.
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